„Oh, namenlose Freude!“ – Beethovens Oper „Fidelio“ als Kammerspiel im ZIB

In der 1. Reihe das Alliance Quartett mit Johanna Kotschy, Armando Toledo Aribú, Dima Nedylkova und Marko Radonic, dahinter Christoph Wagner-Trenkwitz, Eckart Schönbeck, Tristan Jorde, Karl Markovics, Alma Hasun, Otto Brusatti und Julia Prock-Schauer. © R. Eipeldauer

Als Intendant des Beethoven-Festivals wollte Otto Brusatti „Kulturelles in neuer Form bringen … das es überhaupt noch nirgendwo gegeben hat…“ Dieses Vorhaben ist ihm bestens gelungen. Es waren unzählige Veranstaltungen in vier Tagen. Aber die hochkarätig besetzte, szenische Lesung mit Musik von Beethovens Oper Fidelio war ein Höhepunkt.

Schon beim Eintreten in den Saal war zu spüren: es ist etwas Besonderes. Nicht die Bühne war zentraler Schauplatz, sondern ein Sesselkreis für die Protagonisten in der Mitte des Raumes. Umrahmt von den Plätzen für das Publikum, welches somit zu einem Teil des Kreises im Zentrum der Handlung von Beet-hovens „Rettungs- und Befreiungsoper“ wurde.
Otto Brusatti als Erzähler, hat die jeweiligen Szenen sehr bildhaft beschrieben und den gesamten Ablauf mit Gesten „dirigiert“. Fünf prominente Schauspielerinnen und Schauspieler haben die Dialoge nicht vorgetragen, sondern innerhalb des Kreises mit einfachsten Mitteln grandios gespielt und damit alle in den Bann dieses Spanischen Staatsgefängnisses gezogen, in dem Florestan schon zwei Jahre darben musste. Eckart Schönbeck spielte Rocco, den Kerkermeister, Julia Prock-Schauer Marzelline, seine Tochter, die Fidelio liebt, Christoph Wagner-Trenkwitz, den in sie unglücklich verliebten Gefängnis-Pförtner Jaquino. Tris-tan Jorde war Don Pizarro, der Gefängnis-Gouverneur, Karl Markovics, der von ihm zu unrecht inhaftierte Florestan und Alma Hasun, Leonore seine Frau, die sich als Jüngling Fidelio in das Gefängnis einschleicht, um ihn vor dem sicheren Tod zu retten. Mit viel Mut und List kann sie Florestan tatsächlich aus dem Kerker befreien.
Das 2008 von vier jungen Musikern gegründete Alliance Quartett – ein Streichquartett – überzeugte mit seinen vielseitigen Interpretationen. Teils waren es fröhliche Töne, bei dramatischen Dialogen wurde gekonnt Spannung aufgebaut. Durch auf- und abschwellende Melodien wurden die Texte gezielt in den Vordergrund gehoben. Bei einer der ergreifendsten Szenen werden die Häftlinge ins Freie geführt. Die dabei gefühlten Emotionen der Gefangenen wurde durch die Musiker eindrucksvoll spürbar.
„Oh, namenlose Freude!?“ Nein, die Freude hat Namen: Otto Brusatti, Alma Hasun, Tristan Jorde, Karl Markovics, Julia Prock-Schauer, Eckart Schönbeck, Christoph Wagner-Trenkwitz und Alliance Quartett. Danke, für diesen unvergesslichen Abend!

R. Eipeldauer

„Oh, namenlose Freude!“ – Beethovens Oper „Fidelio“ als Kammerspiel im ZIB
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