Konkurs überschattet Spitalbau

Dutzende Firmen sind am Neubau des Thermenklinikums in Baden beteiligt. Eine davon, jene für den Trockenbau, ist jetzt in Konkurs gegangen. Mit groben Verzögerungen bei der Fertigstellung wird nicht gerechnet. Foto: RaDi

Bis jetzt gingen die Arbeiten für das neue Badener Spital zügig voran. Vor wenigen Tagen musste die mit dem Innenausbau beauftragte Firma aber Konkurs anmelden. Nicht angemeldet waren laut Aussage eines Mitarbeiters viele seiner Kollegen, die zu Dutzenden als „Selbstständige“ auf der Baustelle arbeiteten. 

Am 10. September musste die Firma „Palco Innenausbau GesmbH“ Konkurs anmelden. Dieses Unternehmen war mit den Trockenbauarbeiten für das neue Thermenklinikum beauftragt.
Laut Aussendung des Alpenländischen Kreditorenverbandes gibt die Firma an, über 15 Mitarbeiter zu verfügen. Darüber kann ein Arbeiter, der nun seinen Job beim Spital verloren hat, nur lachen. Seiner Angabe nach, stünden über 120 Kräfte im Sold der Firma. Allerdings wären diese nicht als Mitarbeiter angemeldet, sondern müssten ihre Leistung als selbstständige Unternehmer erbringen. „Natürlich stehen uns jetzt keine Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld zu“, ärgert sich der Mann.
Von einer hochgradigen Linken, so die Darstellung des Arbeiters stimmt, spricht man in der Rechtsabteilung der Arbeiterkammer. „Es ist in der Baubranche üblich, sich kleinerer Subunternehmer zu bedienen. Es kann aber nicht sein, dass jeder Maurer ein Unternehmer ist. Dazu müsste auch jeder einzelne über eine Gewerbeberechtigung verfügen“, erläutern die Rechtsexperten.
Für den Leiter der NÖGKK-Baden, Norbert Kreillechner ist die Frage der Rechtmäßigkeit nicht so leicht zu beantworten, da auch viele EU-Regelungen zu berücksichtigen wären. Die Firma Palco selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, auch deren Homepage existiert nicht mehr.
„Wir müssen das laufende Insolvenzverfahren der Firma leider bestätigen“, heißt es aus dem Büro der Landeskliniken-Holding. Derzeit würde nach Kräften nach einer Lösung gesucht, um etwaige Konsequenzen aus dem Konkurs so gering wie möglich zu halten.
„In anderen Bereichen gehen die Arbeiten auf der Baustelle für den Neubau des Landesklinikums selbstverständlich weiter, es sind nicht alle derzeit auf der Baustelle Beschäftigten von diesem Konkurs betroffen, sodass auch von keinem Stillstand bzw. Bau-Stopp die Rede sein kann.Firmen, welche für den Neubau des Landesklinikums Aufträge erhalten, werden im Rahmen des umfangreichen Vergabeprozesses genauestens geprüft und auf Einhaltung sämtlicher vergaberechtlicher Vorschriften wird geachtet. Darüber hinaus gibt es selbstverständlich auch diverse Routinekontrollen der zuständigen Behörden auf der Baustelle. Vertragsverhältnisse der einzelnen Arbeitnehmer sind innerbetriebliche Themen und liegen nicht in unserem Verantwortungsbereich“, so ein Sprecher der Holding.
Auch im Büro des politisch verantwortlichen Landesrates Karl Wilfing befasst man sich mit der Angelegenheit. Man legt Wert darauf zu betonen, dass man bei der Auswahl der Firmen sehr wohl überprüft, ob alle Anforderungen erfüllt werden. „Uns geht es um Qualität, die Häuser sollen länger stehen als fünf Jahre. Nicht der Billigstbieter sondern der Bestbieter kommt zum Zug.“ Mit gröberen Verzögerungen durch den Konkurs wird nicht gerechnet.

Konkurs überschattet Spitalbau
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2 Antworten zu Konkurs überschattet Spitalbau

  1. Hermann Tiefenbrunner sagt:

    Das Problem sollte langsam aber allen Beteiligten eingehen: Man beauftragt immer noch den Billigstbieter, der aber kaum jemals auch der Bestbieter ist. Und gerade in der Baubranche tummeln sich genug dubiose Gestalten mit ebenso dubiosen Firmen, die – wenn überhaupt – bevorzugt mit den berüchtigten weißen Kastenwagen mit ausländischen Kennzeichen auftauchen. Und leider meist sehr schnell wieder untertauchen … warum bevorzugt man nicht einfach ansässige, als solid bekannte Firmen? Im Endeffekt ist der ungarische (oder woher auch immer) “selbständige” Bautrupp fast immer die teurere Lösung. Und von der Qualität der ausgeführten Arbeit reden wir da noch gar nicht.

  2. Paulmann sagt:

    Von wegen Bestbieterprinzip, alles lachhaft .
    Und das so viele “Subunternehmer” beteiligt sind ,das ist gängige Praxis .
    Die Kontrollen versagen und die Politik schaut weg ,anstatt Anreize für eigene Unternehmen zu schaffen .
    Hauptsache billig , warum gab es das früher nicht so extrem ?
    Warum werden die Hürden zur Unternehmensgründung nicht höher gesetzt?
    In ein paar Wochen ist alles vergessen und es geht weiter ,an die betroffenen Menschen denkt keiner mehr , alle anderen sitzen ja bequem.

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