Kein Geld für WM-Hoffnung

Kein Jubeln für Rot Weiß Rot. Für einen WM-Start Martirosians ist kein Geld vorhanden. (c) W.Gams

GEWICHTHEBEN. – Vor rund zwei Monaten wurde der Badener Ausnahme-Gewichtheber Sargis Martirosian nach jahrelangem Ringen eingebürgert. Nun, wo er bei der WM für Österreich auf Medaillenjagd gehen könnte, hat der ÖGV kein Geld, um ihn starten zu lassen. Armenien hingegen nimmt dankend an.

Bereits seit 2005 kämpft der gebürtige Armenier und BAC-Gewichtheber Sargis Martirosian um die österreichische Staatsbürgerschaft. Nach unzähligen ergebnislosen Anläufen und Vogelstraußpolitik der heimischen, politischen Entscheidungsträger, gab der Ministerrat heuer am 3. Juni nach neun Jahren grünes Licht für die Einbürgerung (die BZ berichtete). Nun sollte es endlich mit einer EM- oder WM-Medaillenklappen. Denn vor allem im Reißen, jenem Bewerb, bei dem das Gewicht ohne Absetzen und in einem Zug hochgestreckt werden muss, zählt der Badener zur Weltspitze in seiner Gewichtsklasse. Alles war angerichtet für ein großes Fest bei der WM, die diesen November im kasachischen Almaty stattfindet. Um so größer der Schock beim Badener AC, als Martirosian nun im Juli beim Österreichischen Gewichtheber Verband (ÖGV) vorstellig war. „Sie haben gesagt, dass sie kein Geld für die Vorbereitung haben und um mich starten zu lassen“, berichtet der Athlet der BZ. Rund 10.000 Euro würde das gesamte „Paket“ laut ÖGV-Präsident Gerhard Peya ausmachen. „Peya hat gemeint, dass ich natürlich gerne starten kann, wenn ich das Geld selbst auftreibe“, berichtet der BAC-Heber weiter. „Ich habe anfangs geglaubt, das ist ein schlechter Scherz. Und dafür haben wir jahrelang gekämpft?“, zeigt sich BAC-Direktor Gerhard Jeckel empört, der jahrelang mit seinem Schützling für die Staatsbürgerschaft gekämpft hat.

Start für Armenien
Starten wird Martirosian nun trotzdem, jedoch für Armenien, da er noch beide Pässe besitzt. Ursprünglich war er in seinem Heimatland in Ungnade gefallen, wurde heuer vom Armenischen Verband jedoch bereits zwei Mal für ein Training eingeladen. Peya rechtfertigt gegenüber der BZ die Entscheidung und spielt den Ball zu Martirosian zurück. „Ich glaube sogar, dass es eine Erleichterung für ihn war, als ich ihm abgesagt habe. Denn eigentlich wollte er ja zurück zu Armenien“, ist der ÖGV-Präsident überzeugt. „Dort geht es im Gegensatz zu uns um tausende Dollar.“ Laut Peya hat sich der Vorstand des ÖGV vergangene Woche Donnerstag klar festgelegt: „Wäre die Einbürgerung früher gekommen, hätte die Angelegenheit für uns anders ausgesehen. Jetzt aber ist die Sache für uns gegessen. Das erklärte Ziel ist die Unterstützung der jungen Athleten Philipp Forster und Sarah Fischer“, so Peya, für den die Tür aber nicht endgültig zu ist. „Nach derzeitigem Stand gehe ich davon aus, dass er im April bei der EM fix für Österreich starten wird. Die Tür ist von unserer Seite nicht zu“. Martirosian beteuert gegenüber der BZ, für Österreich starten zu wollen. Er möchte im Dezember nochmals Gespräche mit dem ÖGV führen. W.Gams

Kein Geld für WM-Hoffnung
2 votes, 5.00 avg (91% score)

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


SPAM-Schutz

Kopieren Sie dieses Passwort *

Tragen Sie das Passwort hier ein *

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Vario Haus Auszeichnung

Staatliche Auszeichnung für VARIO-HAUS
Die VARIO-BAU Fertighaus GesmbH wurde 1983 gegründet. Unter der Spitzenmarke im Fertighausbau „VARIO-HAUS“ werden Einfamilienhäuser primär als Niedrigstenergie- oder Passivhäuser ... weiterlesen

Anzeige

Auf Mobile-Version umschalten