Operette so weit das Auge reicht

Zwei große Themen hat sich Sebastian Reinthaller, der neue künstlerische Leiter der Bühne Baden, für die neue Saison vorgenommen: Zum einen das breite Musikprogramm samt sieben neuen Eigenproduktionen und zum anderen einen literarisch-musikalischen Zyklus „Poesie trifft auf Musik.“

Die Frauen in den Vordergrund rücken: Das ist eines der zentralsten Anliegen des neuen künstlerischen Leiters der Bühne Baden für seine Debütsaison. Dementsprechend wählte Sebastian Reinthaller auch die Stücke für die sieben musikalischen Eigenproduktionen der kommenden Sommer- und Wintersaison aus. Deutlich spürbar wird dieses Anliegen beim ersten Stück der Sommersaison, Franz Lehárs „Giuditta“; eine Operette, in deren Zentrum eine junge, lebenshungrige Frau steht. Mit Bibiana Nwobilo hat Reinthaller seine Idealbesetzung gefunden. „Die Rolle der Giuditta wird gern nach dem dritten Akt besetzt, als die junge Frau schon zur Diva geworden ist“, so der neue Intendant. „Mir war es wichtig, jemanden zu finden, der vor allem auch im 1. und 2. Akt authentisch wirkt.“
Im Gegensatz dazu steht das zweite Stück, Emmerich Kálmáns „Zirkusprinzessin“, wo es viel Revue und Tanz geben wird. Ein Stück, „das ihm selbst sehr am Herzen liegt“, wie Reinthaller selbst meint, „ein Juwel im Kreis der Operette“, ist die erste Eigenproduktion der Wintersaison: Oscar Straus‘ „Ein Walzertraum“. Mit Daniel Pascal hat Reinthaller bewusst einen Regisseur ausgewählt, der selbst aus dem Schauspiel kommt: „Der Walzertraum lebt zu einem Gutteil von den Schauspielszenen und den Dialogen.“ Emmerich Kálmáns „Csárdasfürstin“ steht dann im Reigen rund um das Gedenken an das 100jährige Jubiläum des 1. Weltkriegs. „Zu Beginn und am Ende dieser Operette wird es eine große visuelle Überraschung geben“, verrät Reinthaller. „Wir werden sehen, wie das Publikum darauf reagiert.“
Franz Lehárs selten gespielte Operette „Paganini“ und Stephen Sondheims „Das Lächeln einer Sommernacht“ – ein Stück, in dem die beiden bekannten Musicalstars Lukas Perman und Marjan Shaki erstmals in Baden auftreten werden – runden den Reigen der musikalischen Eigenproduktionen ab.
Dazu kommt die Wiederaufnahme von „Jesus Christ Superstar“ und das Familienmusical „Annie“, in dem ein Waisenmädchen ausreißt, um auf eigene Faust seine Familie zu suchen – auch hier wird Reinthallers Vorsatz, die Frauen ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, spürbar.“
„Da bin ich zum ersten Mal nicht auf einer Linie mit meinem Vorgänger Robert Herzl, der meinte, Kinder und Tiere hätten auf der Bühne nichts verloren“, so Reinthaller. „Es wird Kinder auf der Bühne geben, und auch einen Hund. Klar wird der eine Weile lang die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber er verschwindet ja auch wieder, das wird dem Stück keinen Abbruch tun.“
Das Format „Oparette“, bei dem der Opa Kindern die Welt der Operette erklärt, rundet das Angebot für Kinder ab.
Auch Schauspielproduktionen des Landestheaters NÖ wird es in der kommenden Saison wieder geben, allen voran Ödön von Horvaths „Geschichten aus dem Wiener Wald“.
Auf viel Neues darf man sich im Konzertbereich freuen; egal, ob bei „Mag die ganze Welt versinken“ Arthur Schnitzler, Franz Lehár, Franz Werfel und Sigmund Freud auf der Bühne stehen und das literarische und musikalische Schaffen dieser Zeit Revue passieren lassen oder ob Edith Piaf, die 2015 100 Jahre alt geworden wäre, in einer Pariser Dachkammer auftreten wird, ob Franz Schubert persönlich auf die Bühne kommen und dem Publikum alles über „Die schöne Müllerin“ erzählen wird, während parallel dazu gesungen wird, oder ob sich beim Faschingskonzert Peter Alexander und Trude Herr ein Stelldichein geben.

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