Kritik an Bedarfserhebung

BAD VÖSLAU. – Sie sorgt nach wie vor für Diskussion, die Bedarfserhebung zum Betreuten Wohnen, die auch in der aktuellen Ausgabe des Stadtanzeigers zu finden ist. Nicht nur die Grünen, sondern auch die ÖVP-Mandatare wundern sich über die Erhebung – und auch darüber, dass die Liste Flammer die Opposition als „ideenlos“ bezeichnet.

Sie würde bewusst alle Standorte offen lassen: Gerade das, was die Liste Flammer als Pluspunkt der noch bis Ende März laufenden Bedarfserhebung zum Betreuten bzw. seniorengerechten Wohnen hervorkehrt, sorgt für Kritik aus den Reihen der ÖVP.
„Genau das ist das Problem: In der Erhebung wird überhaupt nicht auf den Standort für das Projekt zum seniorengerechten Wohnen eingegangen“, meint der Vöslauer VP-Chef Klaus Zlabinger. „Dabei ist doch gerade das eine der wichtigsten Fragen überhaupt. Was läge denn da näher, als die Leute direkt zu fragen?“
Im Gegensatz zur Liste Flammer, die ein Grundstück in der Gainfarner Franz Prendinger Straße für geeignet hält, würde die geschlossene Opposition eines in der Heilquellenstraße vorziehen. Beide Grundstücke befinden sich im Gemeindebesitz. „Noch ist ja nicht einmal geklärt, was in unserer Stadt überhaupt entstehen soll“, meint auch VP-Vorstandsmitglied Maria Bendl. „Es fällt zwar immer wieder das Schlagwort „Betreutes Wohnen“, aber noch gibt es kein konkretes Projekt. Es wäre gut zu wissen, was wir überhaupt planen. Erst dann können wir uns auch überlegen, was der beste Platz dafür wäre. Und diese Frage gehört geklärt, bevor man eine Bedarfserhebung macht. Wie sollen denn die Leute ihr ernsthaftes Interesse bekunden, wenn sie nicht einmal wissen, wofür genau?“
Zentrumsnah, da sind sich sämtliche Vertreter der Opposition einig, sollten die Senioren wohnen – das ist allerdings eine Frage, die in der Bedarfserhebung gar nicht gestellt wird. Dafür finden sich andere Wünsche der potenziellen Interessenten zum Ankreuzen: Freizeitangebote, Notrufanlagen, seniorengerechte Dienstleistungen, Barrierefreiheit, oder Ansprechpersonen vor Ort. „Es ist schon spannend, wenn man in einer Bedarfserhebung fragt, ob ein Autoabstellplatz gewünscht wird, aber die fußläufige Erreichbarkeit von Geschäften, Ärzten und Banken völlig außer Acht lässt“, wundert sich Zlabinger. „Das ist eine Erhebung, die definitiv eine gewisse Tendenz für einen präferierten Standort erkennen lässt.“
Sauer stößt den ÖVP-Mandataren auch auf, dass die Liste Flammer die Opposition als „ideenlos“ bezeichnet. „Erstens haben wir von diesem Projekt bis zur Gemeinderatssitzung im Juni 2013 überhaupt nichts gewusst – und da konnten wir nur mehr mit dem Auszug aus dem Gemeinderat eine Entscheidung zugunsten der Franz Prendinger Straße verhindern. Nur dadurch wurde die Standortfrage überhaupt Thema“, so Zlabinger. „Und abgesehen davon stammt der Vorschlag, das Betreute Wohnen in Bad Fischau zu besuchen, von uns. Dort hat man sich übrigens bewusst für die zentrumsnahe Lage entschieden.“
Die Zentrumsnähe sei indes auch eine Bedingung für Landesförderungen, wie Bendl betont: „Und zentrumsnah kann man die Franz Prendinger Straße nun wirklich nicht nennen. Rathaus, Stadtarzt, Fachärzte, Apotheken: All das wäre über einen Kilometer weit entfernt. Die Senioren wären also auf ein Auto oder das City Taxi angewiesen“, so Bendl. „Stellt sich nur die Frage, warum die Fragestellung der Bedarfserhebung nicht im Gemeinderat bzw. in den Ausschüssen gemeinsam erarbeitet wurde…“

Kritik an Bedarfserhebung
1 votes, 5.00 avg (87% score)

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


SPAM-Schutz

Kopieren Sie dieses Passwort *

Tragen Sie das Passwort hier ein *

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Vario Haus Auszeichnung

Staatliche Auszeichnung für VARIO-HAUS
Die VARIO-BAU Fertighaus GesmbH wurde 1983 gegründet. Unter der Spitzenmarke im Fertighausbau „VARIO-HAUS“ werden Einfamilienhäuser primär als Niedrigstenergie- oder Passivhäuser ... weiterlesen

Anzeige

Auf Mobile-Version umschalten