„Erster“ Grüner geht in Pension

Dass es in Österreich überhaupt eine Grüne Bewegung gibt ist maßgeblich auch dem Badener Fritz Zaun zu verdanken. Er war 1980 der erste Grüne Gemeinderat, dem der Einzug in ein Stadtparlament gelang. Am 1. April wird sich das „Grüne Urgestein“ endgültig aus dem Berufsleben zurückziehen.  

Fritz Zaun war ein eher lebhaftes Kind und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er des Öfteren die Schule wechseln musste. Als er dieses leidige Kapitel endlich abgeschlossen hatte, begann er eine Lehre als „Budelhupfer“, wie er es bezeichnet. Korrekt würde es heute Einzelhandelskaufman heißen.
„Sowohl Alfred Flammer als auch Fritz Knotzer waren eine Zeitlang meine Filialleiter beim Konsum“, erinnert sich Zaun, der schon in jungen Jahren im Betriebsrat des Unternehmens aktiv wurde. 1966 startete er dann seine „politische Karriere“ als 19-Jähriger bei der KPÖ.
„Als 1969 die Warschauer-Pakt Truppen einmaschierten, konnte ich das nicht länger mit meinem Gewissen vereinbaren“, sagt Zaun, der daraufhin den Kommunisten den Rücken kehrte. Viele Jahre vergingen, Fritz Zaun hatte mittlerweile eine Ausbildung zum Grafiker absolviert, bis sich in Österreich erster Widerstand gegen das Kernkraftwerk in Zwentendorf regte. „Mit dieser Anti AKW-Bewegung war auch mein politisches Inter-esse wieder erwacht. Ich gründete gemeinsam mit einigen Mitstreitern die Initiativgruppe „Nein zu Zwentendorf, Bezirk Baden“. Als wir damals einen Info-Stand am Hauptplatz anmeldeten, war die Verwunderung im Rathaus groß. Das hatte es bis dahin noch nie gegeben“.
Als dann 1979 die Kernkraftgegner siegten, beschlossen die Badener Aktivisten, auch weiterhin politisch aktiv sein zu wollen. Immerhin würde ein Jahr später eine Gemeinderatswahl stattfinden. „Es gab heftige Debatten innerhalb unserer Gruppe. Schließlich einigten wir uns auf den Namen „Alternative Liste Baden, für Demokratie und Umweltschutz“. Wir erzielten auf Anhieb 3,47 Prozent und ich wurde der erste Grüne Gemeinderat in Österreich“, schildert Zaun, der insgesamt 10 Jahre lang als Mandatar aktiv war. 1990 saß er für den Bezirk sogar im Nationalrat.
Es war im Jahr 1992, als der Vater einer Tochter beschloss, das Café Fritz in der Grabengasse zu eröffnen. Fünf Jahre lang schlug sich Fritz Zaun wacker als Gastronom. „1997 musste ich aber feststellen, dass mein Konzept in finanzieller Hinsicht einfach nicht aufging. Als ich das Lokal zusperrte, war es anfangs gar nicht so leicht, wieder Arbeit zu finden“, erinnert sich Zaun, der dann aber doch bei einer Werbeagentur einen adäquaten Job fand.
„Seit 1991 hatte ich auch die Funktion des Obmannes der Grünen Bildungswerkstatt NÖ inne. 1992 wurde ich gefragt, ob ich nicht Geschäftsführer werden wollte, ein Angebot, das ich gerne angenommen habe. In dieser Funktion gehe ich am 1. April in Pension“, schildert Badens Grünes Urgestein, das in seinem Berufsleben rückblickend betrachtet, nichts anders gemacht hätte. „Ich bin mit meinem Leben mit allen Höhen und Tiefen sehr zufrieden. Auch die schwierigen Zeiten habe ich immer so meistern können, dass ich nie meine gute Laune verloren habe.“ In Zukunft möchte Fritz Zaun sich vermehrt dem Reisen und der Malerei widmen. Auch als Pensionist wird er den Badener Grünen als Vorstandsmitglied erhalten bleiben.

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Antworten zu „Erster“ Grüner geht in Pension

  1. Herwig Schneider sagt:

    Alles Gute lieber Fritz ! Aber was heißt schon “Ruhestand” für Dich ? ;)

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