Vom Leisten bis zum Maßschuh

Karl Ivants, Schustermeister in vierter Generation, prüft das wertvolle Straußenleder, bevor er es weiter verarbeitet. Fotos: RaDi

Der herbe Duft von neuen Schuhen und Leder steigt einem in die Nase, sobald man das Geschäft von Maßschuhmacher Karl Ivants und seiner charmanten Frau Heidi betritt. Aufgewachsen ist der Schuster zwischen Leder und Leisten. Er wusste schon früh, dass er einmal Handwerker werden will.  

Seit 1890 betreibt Familie Ivants das Handwerk der Schuhmacherei mit großer Hingabe. Dass Karl Ivants einmal selbst in die Fußstapfen des Vaters treten würde,
war ziemlich früh klar, hatte doch sein großer Bruder schon als Vorbild fungiert, indem er die Lehre zum Schuster absolvierte.
„Ursprünglich wollte ich Holzbau in der HTL lernen, aber dafür ging ich viel zu ungern in die Schule“, gesteht der Meister der Schuhe.
Um sich Schuhe von Karl Ivants anfertigen oder Reparaturen vornehmen zu lassen, kommen die Kunden mittlerweile aus ganz Österreich und halb Europa. Einer der treuesten Kunden lebt in der Schweiz. Er bestellt seine Schuhe am Telefon.
„Für den guten Ruf ist man selbst verantwortlich. Man baut ihn jahrelang auf, versucht stets die Qualität zu halten und pflegt natürlich auch den Umgang mit den Stammkunden“, so Ivants.
Doch nicht nur den sollte man pflegen, liegt es doch auf der Hand, dass die Haltbarkeit von Schuhen durch die Hege und Pflege deutlich ansteigt.„Selbstverständlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wie die Häufigkeit und Dauer des Tragens. Im Durchschnitt darf man aber, die nötige Pflege und eventuelle Reparaturen mit einbezogen, mit einer Lebensdauer von gut 15-20 Jahren rechnen“, bestätigt der Maßschuhmacher.
Als Materialien für die Schuhe dienen hauptsächlich Kalbs- und Rindsleder,aber auch die gegerbten Häute von Straußen, Eidechsen oder Rochen erfreuen sich großer Beliebtheit.
„Wir nehmen die Wünsche der Kunden ernst und versuchen sie zu erfüllen. Anstatt zu sagen, dass etwas nicht möglich ist, sehen
wir uns die Sache genau an und denken darüber nach, wie wir eine Lösung für das Problem finden können. Dafür sind wir Handwerker da“, ist der Schuhmacher überzeugt.
Auf die Frage bezüglich eines möglichen Aussterbens des Berufs reagiert Karl Ivants gelassen. „Kein Beruf ist dazu verurteilt. Jeder Unternehmer ist gefordert, innovativ zu sein und offen auf die Wünsche der Kundschaft zu reagieren.“
So bietet Ivants neben Schuhen und Pflegematerial auch die passenden, handgemachten Gürtel an. Alexandra Auer

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