Vietnam – Malaysia – Furth

Regisseur Martin Nguyen mit Eltern und Gerald Knell  vom Cinema Paradiso.

Quang Nguyen sucht jenen malaysischen Mann, der ihnen vor ca. 30 Jahren bei der Flucht geholfen hat und bei dem er sich nie bedanken konnte. Der  Sohn und Regisseur Martin Nguyen, begleitet seine Eltern auf dieser Reise mit der Kamera. Im restlos ausverkauften Cinema Paradiso wurde „Tomorrow you will leave“ als Österreich-Premiere gezeigt.

Es ist ein sehr persönlicher und berührender Film geworden. Martin Nguyen dokumentiert subtil und reich an Details das Leben seiner Eltern. Heute, in Furth – bei ihrem Alltag und im Miteinander mit der Dorfgemeinschaft – und vor mehr als 30 Jahren, als sie sich wegen der politischen Unsicherheit entschlossen haben, ihre Heimat Vietnam zu verlassen. Sie landen auf einer kleinen malaysischen Insel. Mit bis zu 48.000 anderen Flüchtlingen! In kurzen Sequenzen zeigt der Film die Umstände wie die Menschen dort gelebt haben. Ein Jahr verbringt die Familie Nguyen in diesem Lager. Hier wird auch ihr Sohn Martin geboren. (Diesen Namen bekommt er erst mit sechs Jahren als er in Furth getauft wird). Ein Mann mit dem Namen Ali gibt ihnen Geld und Waren, die sie wieder weiterverkaufen können. So kommen sie einigermassen über die Runden.
In Österreich wird ein Bericht über diese Flüchtlingsinsel im Fernsehen gezeigt. Ein Mann in Furth wird daraufhin aktiv: „Da muas ja wos mochen“! Mit Hilfe des Pfarrers gelingt es, und die Nguyens kommen in den Ort, werden hier von allen unterstützt und haben offensichtlich eine neue Heimat gefunden. Sie haben hier ihre Kinder und Enkelkinder; und keine Pläne mehr, wieder nach Vietnam zu gehen. Immerhin ist die Familie schon länger in Furth als sie in Vietnam waren. Eine schöne Metapher ist auch die Vorliebe von Quang für Bonsai, die er hier genauso findet wie in Malaysia.
Doch ein Gedanke hat den Vater, nach dem Aufbau der Existenz, immer wieder beschäftigt: Er hatte nie Gelegenheit, sich bei Ali zu bedanken. Ihn wollte er jetzt in Malaysia suchen und dieses offene Kapitel beenden. Denn auf dieser Flüchtlingsinsel wurde auch der Samen gesät, dass sie jetzt hier sind.
Er hat auch die „Hauptrolle“ in diesem Film, er wollte vor die Kamera – auch in sehr persönlichen Momenten – die Mutter hatte anfangs Schwierigkeiten damit.
Auf die Frage, wie es für ihn war in Furth aufzuwachsen, erzählte Martin Nguyen, er hat nie darüber nachgedacht, es war alles normal. Das er „anders“ ist, ist ihm erst im Gymnasium bewusst geworden. „Man realisiert erst später, was die Bewohner von Furth für uns getan haben.“ Er spricht auch noch vietnamesisch, es ist die Familiensprache und wird auch an seine Tochter weitergegeben. Sie soll mit den Großeltern zurück zu ihren Wurzeln gehen können.
Mit der Geschichte seiner Eltern möchte der Drehbuchautor und Regisseur die Menschen zum Nachdenken anregen. „Die Familie hätte auch aus jedem anderen Land kommen können, es wäre ähnlich verlaufen.“
Dieser Film zeigt nicht nur, wie gut Integration funktionieren kann, er zeigt auch traumhaft schöne Landschaften. Sowohl von Furth als auch aus Malaysia. Ein gelungener Schnitt vervollständigt dieses sehenswerte Werk.
Wer sehen möchte, ob Ali gefunden wurde und was der Zusammenhalt einer Gemeinschaft bewirken kann, hat noch am ersten, zweiten und dritten März die Gelegenheit dazu.
R. Eipeldauer

Vietnam – Malaysia – Furth
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