Kreuzung am Schlossplatz: Kein Gelbblinken, kein Kreisverkehr

BAD VÖSLAU. – Seit der Umstellung ist sie Thema in Bad Vöslau: Die Ampelanlage am Schlossplatz mit ihren veränderten Intervallzeiten, die den Verkehr im Zentrum auf den Kopf gestellt haben. Neue Ideen zur Regelung des dichten Verkehrsaufkommens sind aber nur schwer bis gar nicht umzusetzen, egal ob Gelbblinken in der Nacht oder ein neuer Kreisverkehr.

Jeder kennt das Bild: Seitdem die Ampelschaltung am Schlossplatz umgestellt wurde, sind die Rückstaus im Vöslauer Zentrum häufiger geworden. Denn: Nun haben auch die Linksabbieger, die aus der Wr. Neustädterstraße in Richtung Hochstraße fahren möchten, eine eigene Grünphase. Damit geht ein langgehegter Wunsch vieler Gainfarer und Großauer in Erfüllung, die vorher oft mehrere Rotphasen abwarten mussten. Aber: Des einen Freud ist des anderen Leid, denn natürlich bewirkt eine zusätzliche Grünphase auch, dass andere länger warten müssen.
Dazu kommt, dass auch die Fußgänger, die im Bereich der Kreuzung die Hochstraße queren, seit der Umstellung im Dezember 2012 eine eigene Grünphase haben. Früher hatten die Fußgänger zugleich mit den Abbiegern grün – was immer wieder zu gefährlichen Situationen führte, auch, wenn gröbere Zwischenfälle zum Glück ausgeblieben sind.
Dadurch, dass es jetzt mehr eigene Phasen gibt, hat sich auch die insgesamte Umlaufzeit, also die Zeit von der einen bis zur nächs-ten Grünphase erhöht – längere Wartezeiten und teilweise auch Rückstaus inbegriffen. Auch dem Bürgermeister ist dieses Problem bekannt. „Einerseits muss ja jedem klar sein, dass Verbesserungen auf der einen Nachteile auf der anderen Seite bringen, vor allem, wenn es um eine Ampelregelung geht“, so Christoph Prinz. „Aber die Probleme waren besonders am Anfang doch beträchtlich, wir haben immer wieder mit den Zuständigen des Landes verhandelt und auch einiges bewirkt. Die Intervalle wurden unseren Wünschen angepasst, soweit das möglich ist. Seit einem halben Jahr läuft der Verkehr viel flüssiger.“
Es hat schon viele Überlegungen gegeben, den Verkehr am Schlossplatz auf andere Art zu regeln – doch die besonderen Gegebenheiten dieser Kreuzung lassen kaum Alternativen zur Ampel zu. Das gilt besonders für den schon mehrmals angedachten und seit gut 30 Jahren diskutierten Kreisverkehr. „Das Problem ist, dass mit der Bahnstraße eine zweite Kreuzung in unmittelbarer Nähe zum Schlossplatz liegt“, erklärt der Bürgermeister. „Und man kann nicht einen Kreisverkehr mit einer Ampel kombinieren, denn durch die stoßweisen Grünzeiten der Ampel würde man den darauf folgenden Kreisverkehr sinnlos machen. Der soll ja gerade dafür sorgen, dass der Verkehr nicht stoßweise, sondern flüssig läuft.“ Im Klartext bedeutet das: Entweder man kombiniert Kreisverkehr mit Kreisverkehr oder Ampel mit Ampel. Die erste Möglichkeit fällt schon allein deshalb aus, weil die Kreuzung der Badner Straße mit der Bahnstraße nicht genug Platz für einen Kreisverkehr lässt. So bleibt nichts anderes übrig, als auch die Kreuzung am Schlossplatz mit einer Ampel zu regeln.
Dass es Verbesserungsbedarf gibt, ist auch für Prinz keine Neuigkeit. Er hat gemeinsam mit der Polizei vor einem halben Jahr gefordert, dass die Ampel zumindest in der Nacht wieder auf Gelbblinken umgestellt wird – so wie früher. Es kam sogar zu einer Verhandlung mit der Bezirkshauptmannschaft – aber ohne erfreuliches Ergebnis. „Uns wurde erklärt, dass Gelbblinken laut neuestem Stand der Technik nicht mehr möglich ist, wenn mehr als drei Spuren auf einer Kreuzung geregelt werden müssen“, so Prinz. „Also müssen wir auch in der Nacht weiterhin warten – selbst ohne Verkehr.“

 

Kreuzung am Schlossplatz: Kein Gelbblinken, kein Kreisverkehr
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2 Antworten zu Kreuzung am Schlossplatz: Kein Gelbblinken, kein Kreisverkehr

  1. Herrmann Tiefenbrunner sagt:

    Das Problem ist, dass offenbar minderbegabte Schreibtischtäter, ohne die Situationen und Probleme aus der Praxis im täglichen Leben zu kennen, von ihren Sesseln aus Regelungen erstellen, die den Verkehr nicht erträglicher oder flüssiger machen, sondern künstlich Staus und dadurch mehr Abgasbelastung erzeugen – damit kann man später Fahrverbote oder Einschränkungen erlassen mit tatsächlich vorhandenen und messbaren, in Wahrheit aber absichtlich herbeigeführten Belastungen.
    Wer hier Absicht und Anordnungen von “ganz oben” vermutet, könnte richtig liegen: Individualverkehr ist von der Obrigkeit ja nicht so gerne gesehen, der Pöbel soll zwar zahlen, aber in seiner Mobilität eingeschränkt sein, dafür freie Fahrt für Bonzen … für deren Dienstfahrzeuge auch wieder wir in die Tasche greifen dürfen.

  2. EMHA sagt:

    Die beiden Ampeln am Schlossplatz und zur Bahnstraße nachts nicht auf Gelbblinken zu stellen ist grober Unfug. Dies umso mehr, als man spätestens um 20:00 Uhr zuschauen kann, wie in BV die Gehsteige eingerollt werden!
    Auf der Vöslauer Straße in Baden sind nachts mit Ausnahme der Ampel beim Autobahnzubringer die Ampeln auf Blinken gestellt, obwohl in Baden das Verkehrsaufkommen doch deutlich stärker als in BV ist!
    Dass die Kreuzung Badenerstraße/Bahnstraße nicht mit einem Kreisverkehr ausgestattet werden kann, weil zu wenig Platz wäre, scheint mir schlicht falsch zu sein.
    Meiner Meinung nach würden 2 Kreisverkehre den Verkehrsfluss im Zentrum von BV zu jeder Tageszeit optimal kanalisieren.

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