„Kampf“ ums Eis geht weiter

Michael Bernaschek (rechts hinten) hat kurzerhand gleich die ganze Klasse seines Sohnes nach Traiskirchen zum Eislaufen eingeladen, Bustransfer inklusive. Die Kinder waren begeistert.Foto: z.V.g.

Vor genau einem Jahr hat die Kunsteisanlage in Baden für immer gesperrt. Über 4.000 Badener protestierten dagegen mit ihrer Unterschrift. Auch die neue Kunststoff- Rutschfläche am Josefsplatz konnte die Gemüter nicht beruhigen. Nun ist eine zweite Protestaktion in Vorbereitung. 

Fast schien es in den letzten Wochen so, als ob die Schließung der Kunsteisanlage als traurige Tatsache akzeptiert wurde. Die Kunststoffbahn am Josefsplatz sollte als Ersatz genügen.
Nun meldet sich aber der Badener Jurist Bernhard Schatz wieder zu Wort. „Das Ersatzangebot ist eine Farce und wird den Ansprüchen eines Eislaufplatzes überhaupt nicht gerecht“, meint Schatz, der die Anlage am Josefsplatz mit seiner Tochter selbst getestet hat. „In Baden gäbe es genügend freie Flächen für einen richtigen Eislaufplatz. Man muss der Lokalpolitik die Frage stellen, ob das jetzt eine Lösung ist, oder ob man sich nicht vielleicht doch etwas überlegen will. Der allgemeine Tenor spiegelt höchste Unzufriedenheit wider. Es wäre eine Verpflichtung für Kinder und Schulen, wieder eine Betätigungsmöglichkeit für die Wintermonate zu schaffen. Wenn jemand behauptet, der Eistraum war super, dann muss man fragen, wo er war“, so der verärgerte Jurist, der auch an der Optik einiges auszusetzen hat. „Der Holzverschlag mit der gähnend leeren Fläche verschandelt den Josefsplatz“, meint Bernhard Schatz, der nun eine zweite Unterschriftenaktion in Leben rufen möchte.
Einer der ersten, der unterschreiben wird, ist vermutlich Michael Bernaschek, der erst in der Vorwoche eine ganze Schulklasse zum Eislaufen nach Traiskirchen eingeladen hat. „Für die Stadt ist die Schließung ein echtes Armutszeugnis“, meint Bernaschek, der selbst begeisterter Kunsteisläufer war.
„Schon seit Jahren hat die Eismaschine nicht mehr richtig funktioniert und auch sonst wurde nie etwas investiert. Bei so viel Lieblosigkeit ist es kein Wunder, wenn die Besucher irgendwann ausbleiben. Für die Bewerbung der Plastikfläche war plötzlich Geld vorhanden, für die Kunsteisanlage wurde aber Jahrzehnte lang keine Werbung gemacht“, wundert sich Michael Bernaschek, der meint, wenn Traiskirchen sich einen Eislaufplatz leisten könnte, dann müsste das in Baden erst recht möglich sein. „Wären jetzt Wahlen, dann würde die ÖVP kräftig abbeißen“,ist der engagierte Vater überzeugt.
Mehr zu der Thematik auf Seite 10.

„Kampf“ ums Eis geht weiter
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4 Antworten zu „Kampf“ ums Eis geht weiter

  1. Aigner Wolfgang sagt:

    Da kann man sich nur anschließen: Der “Eistraum” am Josefsplatz eignet sich nicht als Ersatz für einen richtigen Eislaufplatz und verschandelt (wie beschrieben) den gesamten Platz.
    Der Traiskirchner Platz ist zwar sehr schön, jedoch von Baden zu weit entfernt und für Schüler alleine gar nicht erreichbar (außer, wenn sie mit dem Auto hingeführt und nach einigen Stunden wieder abgeholt werden – zu kompliziert!).
    Eine Unterschrift, die neue Aktion zu unterstützen, würde ich gern leisten – wie? wo?
    W.A.

  2. Brigitte Tschögl sagt:

    Danke für diesen großartigen Artikel!!! Es ist eine Schande für die Stadt, dass sie keinen Eislaufplatz betreiben kann. Traiskirchen schafft es ja auch und das zu moderaten Preisen und ohne Mittagspause. Leider platzt der Traiskirchner Eislaufplatz aus allen Nähten, da die Badener sehr wohl dort eislaufen und nicht auf diesem trostlosen “Ersatz” am Josefsplatz. Dieses Kunststoffding ist für jeden Eisläufer ein Hohn. In Zeiten, wo immer wieder kritisiert wird, dass sich die Jugend zu wenig bewegt, nimmt man den Kindern die letzte Badener Attraktion in der Stadt. Die Lage ware doch prima und für Schulen und Kindergärten super zu erreichen. Der Platz als Parkplatz wird doch von den Leuten auch nicht wirklich angenommen.

  3. Josef Brunner sagt:

    Da ich bereits schon einmal einen Kommentar zur Kunsteisbahn abgegeben habe, kann ich mich nur wiederholen: Erstens ist es typisch für eine Kommune das diese glaubt, man brauche 2o Jahre nichts zu Investieren und dann erklärt man, man müsse schließen – da alles kaputt sei.
    Die viel größere Schande ist jedoch die Kinder- bzw. Jugendfeindlichkeit der ÖVP mit Hr. Bgm Staska und seiner grünen Stellvertreterin. Gerade die Grünen sollten für dafür sein, dass die Jugend sich sportlich betätigen kann.

  4. Querfeld Berndt sagt:

    Große Ankündigungen, tollpatschige bis naive Umsetzung und dann Ratlosigkeit bzw. Untertauchen. Ein sich immer wieder wiederholendes Muster der neuen Stadtregierung. Die Öffnung des Mühlbaches am Josefsplatz, die unendlichen Baugenehmigungspannen,… sollten Lehrgeld genug sein und endlich Früchte tragen. Fürchte, dass es die nächsten Jahre so weitergehen wird und erst dann nach einem Wechsel in welcher Weise auch immer Ruhe einkehrt. Dies hoffe ich bzw. wünsche ich Baden und seinen Bürgern.

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