Manege frei – im Stadttheater

Ein „Feuerwerk der guten Laune“ ist derzeit mit Paul Burkhards Operette „Das Feuerwerk“ am Stadttheater zu sehen. Die Rolle der Iduna singt Dagmar Schellenberger. © R. Eipeldauer

Am Samstag war die Premiere der musikalischen Komödie in einer neuen Inszenierung und in prominenter Besetzung. Obwohl in Österreich sehr selten aufgeführt, gehört „Das Feuerwerk“ zu den am meisten gespielten klassischen Operetten und wurde in 40 Sprachen übersetzt.

De sächzgischt Giburtstag“ von Emil Sautter bildete die mundartliche Grundlage der 1939 uraufgeführten Operette „Der schwarze Hecht“ von Jürg Amstein, Erik Charell (Buch) und Paul Burk-hard (Musik). Erst nach dem Krieg, 1950, wurde daraus die hochdeutsche Variante „Das Feuerwerk“.
Der Inhalt: Zum 60. Geburtstag des Fabrikanten Albert Oberholzer kommen seine drei Brüder (Beppo Binder, Walter Schwab und Heinz Zuber) mit ihren Frauen (Michaela Mock, Sylvia Rieser und Gabriele Schuchter) zur großen Feier. Nicht gerechnet haben sie mit dem seit dreißig Jahren verschollenen, schwarzen Schaf der Familie – Alexander Obolski (Kurt Schreibmayer). Er ist Direktor eines Wanderzirkus geworden und kommt mit seiner Frau Iduna (Dagmar Schellenberger). Die Tochter des Hauses, Anna (Katrin Fuchs), ist nicht standesgemäß in den Gärtner Robert (Andreas Sauerzapf) verliebt. Ihr Onkel Alexander weckt in ihr den Wunsch, die Freiheit des Zirkuslebens kennen zu lernen. Währenddessen verdreht Iduna mit ihrem Charme den Onkeln den Kopf. Was wiederum deren Frauen nicht gut finden. So prallen die Welten der spießigen Bürger der Nachkriegszeit und die der unsteten, nicht sesshaften Leute vom Zirkus aufeinander.
In einer schwungvollen und nach der Pause besonders kurzweiligen Inszenierung von Karina Fibich, findet sich aber doch noch ein gutes Ende. Überaus erfreulich ist das Bühnenbild (Ausstattung: Roswitha Wilding-Meisel), das herrlich in die Zeit der Handlung – das beginnende 20. Jahrhundert – passt.
Das gesamte Ensemble überzeugt durch tolle schauspielerische Leistungen und vollen Einsatz. Besonders zu erwähnen ist Dagmar Schellenbergers gefühlsvolle Interpretation des bekanntesten Liedes des Stückes, „Oh mein Papa“. Sie ist eine bezaubernde und stimmstarke Iduna, die, wenn sie nachdenklich wird, weil sie die Nichte überzeugen will, dass das Leben im Zirkus auch viele Entbehrungen birgt, wirklich berührt. Die gesanglich sehr präsente Katharina Dorian als Köchin Kathi, sorgt mit ihrer herzerfrischenden, frechen Art für einige Lacher. Publikumsliebling Heinz Zuber ist als Onkel Gustav zum Abschluss noch für eine Überaschung gut. Er beschließt, sein Leben als Clown weiterzuführen, ohne seine resolute Paula (überzeugende Gabriele Schuchter). „Besser ein Clown im Zirkus, als ein Hanswurst zu Hause“! Und so erlebte das Publikum ein unerwartetes Wiedersehen mit dem Clown Enrico.
Unterstützt werden die Schauspieler souverän vom Orches-ter der Bühne Baden unter der Leitung von Michael Zehetner, der vom Orchestergraben aus auch die Zirkuskapelle dirigiert.
Unbedingt erwähnenswert sind noch die Auftritte von Artisten und Ballett (Choreografie: Rosita Steinhauser), die mit ihren akrobatischen Einlagen tatsächlich Zirkusflair in das Stadttheater Baden zaubern. Dieses Feuerwerk der guten Laune ist noch bis zum 31. Jänner 2014 zu sehen.

R. Eipeldauer

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