„Der gute Laden“: Traiskirchen plant einen eigenen Sozialmarkt

TRAISKIRCHEN. – „Besser wäre es, man müsste sich solche Gedanken nicht machen“, meint Organisatorin Karin Blum, wenn es um die Pläne zum Projekt „Der gute Laden“ geht. Weil die Realität aber anders aussieht, soll in Traiskirchen schon im Sommer ein eigener Sozialmarkt eröffnet werden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss gibt es, jetzt beginnen die konkreten Vorbereitungen: In Traiskirchen soll schon im Sommer 2014 ein eigener Sozialmarkt seine Pforten öffnen. „Es wird einerseits ein Sozialmarkt im klassischen Sinn sein, in dem Menschen mit wenig Einkommen zu stark vergünstigten Preisen Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs kaufen können“, erklärt Projektleiterin Karin Blum. „Aber wir wollen auch noch andere Angebote unterbringen, zum Beispiel eine Schuldner- und Pensionsberatung, und eine kleine Café-Bar. Das soll ein Begegnungsraum werden, in dem nicht nur Einkaufsberechtigte Kaffee und Kuchen konsumieren können, sondern alle Traiskirchnerinnen und Traiskirchner.“ Außerdem soll „Der gute Laden“, so der Name des Traiskirchner Sozialmarkts, auch mit einem gemeinnützigen Beschäftigungsmodell gekoppelt werden. „Dazu braucht es natürlich eine intensive Zusammenarbeit mit dem AMS“, so Blum, die mit den Gesprächen aber erst beginnen wollte, nachdem das Projekt auch vom Gemeinderat abgesegnet war. Seit Montag gibt es nun einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss und damit auch freie Bahn für die konkreten Planungen. „Wir wollen in unserem Laden Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integrieren und auf längere Sicht auch eine Sozialombudschaft aufbauen, also zum Beispiel schauen, ob und in welcher Form man ältere Mitbürger zu Hause besuchen und ein bisschen aus ihrer Isolation holen kann“, so Blum.
Als Trägerverein soll ein gemeinnütziger Verein gegründet werden, der über die Gemeinde gefördert wird – „und hoffentlich später auch von anderen Stellen“, meint Blum, die auch weiß, dass sie mit ihrem Projekt auf viele freiwillige Helfer angewiesen sein wird. „Wir müssen Gespräche mit möglichen Sponsoren aus dem Handel führen, die auch bereit sind, regelmäßig Waren zu liefern. Und die müssen natürlich auch abgeholt und sortiert werden“, so Blum, die zuversichtlich ist, genügend engagierte Freiwillige zu finden. „Bis jetzt waren die Reaktionen durchwegs positiv.“
Als Standort für den „guten Laden“ wurde ein gemeindeeigenes Haus in der Foissnerstraße auserkoren, in dem früher das Fotostudio Hlas untergebracht war. Und auch eine Bedarfs-erhebung gibt es schon: Wer weniger als 940 Euro als Einzelperson oder 1.400 Euro als Paar zum Leben hat, darf im Traiskirchner Sozialmarkt einkaufen. Für jedes im Haushalt lebende Kind gelten 144 Euro als zusätzliche Einkommensgrenze. „Das ist ein bisschen über der Ausgleichszulage und wurde von uns bewusst so angesetzt“, so Blum. „Wir haben errechnet, dass wir mit ca 300 bis 500 Personen als regelmäßige Kunden rechnen könnten – so traurig es ist, dass dieser Bedarf überhaupt besteht.

N. Kranzl

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