Post zur freien Entnahme?

Ein vertrautes Bild in der Pfaffstättner Bahngasse: Postsäcke voller Briefe und Paketsendungen liegen mangels geeignetem Depot für alle sichtbar auf dem Gehsteig.

PFAFFSTÄTTEN. – Seit Jahren liegen in der Pfaffstättner Bahngasse Briefe und Pakete auf dem Gehsteig – zumindest so lange, bis sie weiter ausgeliefert werden. Eigentlich müssten die Sendungen in einem versperrbaren Depot untergebracht werden, doch die Realität sieht anders aus.

Nicht überall wird die Post von Fahrern mit Kastenwagen zugestellt. Oft sind Mopeds im Einsatz, auf denen nur eine begrenzte Anzahl an Briefen und Paketen transportiert werden kann – nämlich genau 100 Kilo. Für die einzelnen Briefträger bedeutet das, dass sie einen Schwung Post ausliefern und danach die nächste Ladung von gewissen Sammelpunkten abholen – so genannten Postdepots.
Beliefert werden diese Depots von der jeweils zuständigen Zustellbasis. Und eigentlich gibt es eine klare Vorgabe: Diese so genannten Postdepots müssen sich an geschützten Plätzen befinden. Nicht nur, damit die Briefe und Pakete vor Wind und Wetter geschützt sind, sondern auch, damit keine Sendungen von Unbefugten entwendet werden können. Genau das ist auch der Grund, warum Briefe und Pakete bis zu ihrer Weiterauslieferung üblicherweise in verschließbaren Depots untergebracht werden. Nicht so allerdings in Pfaffstätten: Dort gibt es in der Bahngasse neben dem Café Domino ein Depot, an dem seit Jahren Postsäcke mit Briefen und Pakete einfach auf den Gehsteig gestellt werden. „Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass es sich um einen öffentlich zugänglichen Platz handelt“, meint ein aufmerksamer Pfaffstättner kopfschüttelnd. „Jeder, der das beobachtet, könnte die Sendungen einfach so mitnehmen.“
Auf Nachfrage beim Kundenservice der Post heißt es, man hätte die Beschwerde an die zuständigen Führungskräfte vor Ort weitergeleitet – im Konkreten also den Leiter der Zustellbasis für Pfaffstätten. „Es gibt eine klare Anordnung der Zentrale, dass die Post in der Pfaffstättner Bahngasse nicht mehr so gelagert werden darf“, heißt es seitens der Kundenserviceabteilung der Post. „Der Mitarbeiter hat seinen Fehler auch eingesehen und versichert, dass das nicht mehr passieren wird.“
Geändert hat sich dennoch nicht viel in der Pfaffstättner Bahngasse. „Immer wieder liegen Pakete auf dem Gehsteig“, meint jener Bürger, der die erste Anfrage an die Postzentrale ins Rollen gebracht hat. „Es ist nicht fair, dass sich die Post an ihren Mitarbeitern abputzt, ohne die Voraussetzungen für eine ordentliche Arbeit zu schaffen. Denn es kann ja nicht die Aufgabe der Zusteller sein, für große, versperrbare Postdepots zu sorgen.“ Das Problem: In der Bahngasse gibt es laut Auskunft der Postzentrale zwar ein verschließbares Depot, dieses ist aber nur für Briefe dimensioniert. Pakete haben dort keinen Platz und landen dementsprechend immer noch am Gehsteig. „Aber nicht nur die“, meint der Pfaffstättner. „Auch Briefe liegen immer wieder auf der Straße.“ Seitens der Post versichert man, dem Problem noch einmal nachzugehen und zu überprüfen, ob in der Bahngasse ein größeres Depot nötig ist. Bis dahin dürfen die Pfaffstättner weiterhin hoffen, dass ihre Sendungen nicht gestohlen oder von Regen bzw. Schnee in Mitleidenschaft gezogen werden.

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