Polizist mit Herz geht in Pension

Vermutlich gibt es kaum einen Badener, der Chefinspektor Leopold Habres nicht kennt. Besonders bei den älteren Mitbürgern ist der langjährige Seniorenkontaktbeamte beliebt und seine Vorträge in Sachen Sicherheit heiß begehrt. In Kürze geht der „Kieberer“ mit dem großen Herz in Pension.

Leopold Habres wurde 1953 als echtes „Schwefelkind“ in Baden geboren. Mit bekannten Zeitgenossen wie Christian Wiesmann, Claus Lavicka oder Rudolf Maurer drückte er die Schulbank in der Biondekgasse, wo den jungen „Hapo“ allerdings noch vor der Matura die Lust an der Schulbildung verließ.
Er entschied sich stattdessen, eine Lehre als Werkzeugmacher bei der Firma Klinger in Gumpoldskirchen in Angriff zu nehmen. Damit schien er die richtige Entscheidung getroffen zu haben, denn in der Berufsschule zählte er zu den Aushängeschildern, und schon mit 24 Jahren wurde er zum jüngsten Vorarbeiter ernannt. „Obwohl mir die Arbeit Spaß machte, ging mir der Polizeiberuf nie aus dem Kopf, Dafür hab ich mich schon immer interessiert“, schildert Leopold Habres. Nachdem 1977 in Wien wieder Polizistennachwuchs gesucht wurde, entschloss er, sich zu bewerben.
Die Aufnahmeprüfung stellte für den sportlichen jungen Mann keine Hürde dar, und schon zwei Jahre später trat Polizist „Hapo“ als Jahrgangsbester seinen Dienst in der Bundeshauptstadt an.
„Über einen Freund, der als Kriminalbeamter bei der Stadtpolizei arbeitete, erfuhr ich, dass dort einige Beamte in Kürze in Pension gehen. Nachdem ich immer in Baden wohnhaft war, habe ich mich auf gut Glück beworben“, schildert Habres, der nicht lange warten musste und schon wenige Wochen später als Stadtpolizist in seiner Heimatstadt angelobt wurde.
Was folgte, war eine echte Blitzkarriere. Der damalige Kommandant, Major Freidl schickte seinen „Junior“ schon ein Jahr früher als vorgesehen zum Kurs für Dienstführer. Schnell wurde Habres Gruppenkommandant und schließlich im Jahr 1995 stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei.
Seit 15 Jahren ist er außerdem als Seniorenkontaktbeamter tätig. „Speziell bei den Vorträgen, die ich laufend für die Senioren halte, ist es schön zu sehen, dass sehr viel zurückkommt“, so Habres, der sich selbst gar nicht als typischen Polizisten sieht. „Mir ist es immer schwer gefallen, streng zu sein“, sagt der „Kieberer“ mit dem großen Herz, der speziell in seiner Zeit, in der er mit dem Streifenwagen unterwegs war, nicht immer nur schöne Erlebnisse hatte. „Ein Unfall wird mir immer in Erinnerung bleiben. Dabei ist die Mutter gestorben, und die Kinder sind schreiend auf der Straße herumgelaufen, das war schrecklich“, so Habres, der um ein Haar auch einmal von der Waffe Gebrauch machen musste. „Wir wurden zu einem Einsatz gerufen, bei dem ein Mann randalierte. Als wir ankamen, schien er sich bereits beruhigt zu haben. Mein Kollege ging vor mir in das Zimmer, in dem der Betreffende stand. Plötzlich hatte der ein riesiges Messer in der Hand. Ich zog meine Waffe und schrie ihn an, das Messer fallen zu lassen. Hätte er noch einen Schritt auf meinen Kollegen zugemacht, wäre mir nichts anderes übrig geblieben, als zu schießen“, erinnert sich „Hapo“, der sich nun im Ruhestand noch mehr der Musik widmen wird. Eigentlich durch Zufall kam er vor vielen Jahren in den Besitz einer Posaune, die sein Ex-Schwager ausmusterte. „Ich wollte Stunden beim legendären Lehrer Adolf Rauch nehmen. Der meinte anfangs, ich wäre schon zu alt. Als ich enttäuscht sein Haus verlassen hatte, rief er mir aus dem Fenster nach, dass er mir eine Chance geben würde. Schon kurze Zeit später begann ich bei der 1. Badener Trachtenkapelle, der heutigen Stadtmusik. 1985 wurde ich für 15 Jahre deren Obmann“, erinnert sich Habres, der 1991 auch Mitbegründer der Formation „Pentabrass“ war.
Neben der Musik wird sich der begeisterte Koch in Zukunft vor allem seiner Tätigkeit im Seniorenbund und den Pflichten als Opa dreier Enkelkinder widmen. Und sollte dann noch Zeit bleiben, steht Rocker „Hapo“ einer Ausfahrt mit der Harley Davidson nichts im Weg. RaDi

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