Verbot ohne Wirkung: Die Schwächen des LKW-Durchfahrtverbots

Das Verbot gilt nur in Nord-Süd-Richtung. Wer nach Westen will, darf nach wie vor durch das Zentrum brettern. © Kranzl

BAD VÖSLAU. – Seit Juli 2011 gilt in Bad Vöslau ein LKW-Durchfahrtverbot in Nord-Süd-Richtung. Geändert hat sich an der Verkehrsbelastung dennoch nicht viel. So sehen das zumindest etliche Vöslauer Bürger. Das Problem: Diejenigen, die in die Hochstraße abbiegen, fallen nicht unter das Verbot – obwohl auch sie nicht zuliefern, sondern nur durch Vöslau fahren.

Die gute Nachricht: Seit Juli 2011 gibt es ein LKW-Durchfahrverbot für das Bad Vöslauer Gemeindegebiet. Die Idee dahinter: Eine Reduktion des Schwerverkehrs. Denn etliche Zulieferfirmen zogen auf ihrem Weg in die großen Betriebe im südlichen Teil der Stadt Baden die L151 bzw. die B212 der Autobahn vor, um Mautgebühren zu sparen und fuhren stattdessen mitten durch Vöslauer Ortsgebiet. Seit Inkrafttreten des Durchfahrtverbots ist nur mehr der Zulieferverkehr erlaubt, der Durchzugsverkehr muss auf die Autobahn ausweichen. Soweit die Theorie. Die schlechte Nachricht: Noch immer fahren viele LKW durchs Bad Vöslauer Zentrum.
Aber warum ist das so? Fehlende Kontrolle, meint Franz Todt. „Wer sich öfter in Bad Vöslau bewegt, dem fällt auf, dass ein großer Teil der LKW nichts zuliefert, sondern einfach nur durchfährt“, so Todt. „Das Verbot wird einfach zu wenig kontrolliert.“
Dass die Kontrollen im Lauf der Zeit tatsächlich abgenommen haben, bestätigt auch Kontrollinspektor Hubert Gruber, Kommandant der Polizeiinspektion Bad Vöslau. „Unmittelbar nach Inkrafttreten der Verordnung gab es einen behördlichen Auftrag, zu kontrollieren, ob sich die Fahrer an das Durchfahrtverbot halten“, so Gruber. Drei Mal pro Woche wurden die LKW-Fahrer auf Anordnung der Bezirkshauptmannschaft Baden im ersten Jahr überprüft – und zwar auf verschiedene Weise. „In manchen Fällen wurden die Papiere überprüft, also geschaut, ob es Lieferscheine für das Vöslauer Ortsgebiet gibt. Anderen sind wir nachgefahren, um zu sehen, ob sie sich an das Verbot halten.“
Grubers Fazit: Der größte Teil des LKW-Verkehrs in Bad Vöslau ist hausgemacht. „Im Vergleich zu der Menge an kontrollierten Fahrern war nur ein kleiner Teil dabei, der tatsächlich nicht nach Vöslau geliefert hat bzw. aus Vöslau stammt“, so Gruber. Mittlerweile ist die behördliche Anordnung zur Überprüfung Geschichte, kontrolliert wird nur mehr im normalen Streifendienst – wenn eben Zeit dafür ist. Doch es gibt noch einen weiteren Grund für die von vielen Vöslauern so wahrgenommene Wirkungslosigkeit der Verordnung: Denn das Durchfahrtverbot gilt nur in Nord-Süd-Richtung. Wer also von Baden oder von Kottingbrunn kommend in Richtung Merkenstein oder Triestingtal unterwegs ist und in die Hochstraße einbiegt, fällt nicht unter das Verbot – obwohl er dennoch mitten durch den Vöslauer Stadtkern fährt. Gerade auf dieser Strecke sind aber besonders viele LKW unterwegs, so zum Beispiel die Fahrzeuge der Firma Ottersböck, die in Rohrbach angesiedelt ist. An dem Verkehr, der sich seinen Weg über die Hochstraße durch das Zentrum sucht, kann und wird das derzeitige Durchfahrtverbot nichts ändern.

N. Kranzl

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