Otmar Rychlik entsetzt über die Schlumberger-Pläne

Der Blick durch die Weingärten zum "Lausturm" - eine der Blickachsen, die Rychlik durch die Ausbaupläne gefährdet sieht. © Kranzl

BAD VÖSLAU. – Es ist ruhig geworden um die Pläne der Firma Schlumberger, die noch vor einigen Monaten für großes Aufsehen in Bad Vöslau gesorgt haben. Wie berichtet plant das Unternehmen, einen größeren Teil seiner Produktion nach Bad Vöslau zu verlagern. Der Vöslauer Kulturhistoriker Otmar Rychlik warnt im Gespräch mit der BZ eindringlich vor der damit einhergehenden Zerstörung der für Vöslau so charakteristischen Weinlandschaft.

Sie haben sich bisher kaum zu den Ausbauplänen der Firma Schlumberger geäußert. Warum Ihr plötzlicher Einsatz für das Goldeck?
Weil das Landschafts- und Kulturensemble Schlumberger bzw. Goldeck nicht aus dem Zusammenhang gerissen werden darf, sondern als großes Ganzes gesehen werden muss. Seine Bedeutung für Bad Vöslau ist enorm, auch aus architektonischer Sicht. August Schwendenwein und Julius Romano vom Ringe waren für die Firma Schlumberger tätig. Sie zählten zu den bedeutendsten Architekten der Ringstraßenzeit und haben unter anderem das Schlösschen Merkenstein für Joachim Graf von Münch-Bellinghausen erbaut. Außerdem Metternichs Palais am Rennweg und mehr als 50 andere Palais an der Ringstraße – wofür Julius Romano auch mit dem Prädikat „vom Ringe“ geadelt wurde. Und Robert Schlumberger hat anlässlich seiner Silberhochzeit die damaligen Stararchitekten Fellner und Helmer damit beauftragt, das Schlösschen Kaiserstein zu errichten, das jeder Vöslauer als „Lausturm“ kennt. Man muss sich der Bedeutung dieser Bauwerke und dieses historischen Erbes bewusst sein.

Man muss aber dazu sagen, dass nie ein Abriss dieser Gebäude geplant war…
Die Besonderheit dieses Ensembles liegt aber eben genau im Gesamten. Man kann die Weingärten nicht aus der Gleichung herausnehmen. Immerhin wurde das gesamte Areal terrassiert, die Schlumbergerischen Weingärten wurden mit großem Aufwand in die Landschaft hineinkomponiert. Es gibt zum Beispiel eine Terrasse am Waldrand, von der aus man die ganze Anlage inklusive Weingärten und Gebäuden überblicken kann. Die Blickachsen sind bewusst so angelegt worden, und dieses Ensemble ist von größter kunst- und kulturhistorischer Bedeutung für die Stadt.

Und Sie befürchten, dieses Ensemble könnte durch die Ausbaupläne gefährdet werden?
Natürlich. Durch jede Art der Verbauung würde dieses Ensemble aus Kunst und Natur völlig zerstört werden. Die Grundidee des Zusammenhangs muss unter allen Umständen bewahrt werden. Ganz abgesehen davon, dass in eine Gegend mit kleinteiliger Besiedelung sowieso keine Produktionshalle passt. Wir können uns nicht alle Kulturlandschaften durch Industrie zerstören lassen. Und das Umfeld von Vöslau ist sowieso schon durch Straßen, die nahe Autobahn, das unmögliche Dutzend von Supermärkten zubetoniert und ein für alle Mal zerstört – hässlich wie in Las Vegas. Der einzige Bereich von Vöslau, wo die ehemals gerühmte Lage „eingebettet in die Landschaft“ überhaupt noch spürbar wird, ist eben genau dieser kleine Abschnitt zwischen Florastraße und dem Weingut Schlumberger/Goldeck bis hin zur Waldandacht. Wenn dieser Gegend auch noch zugesetzt wird, ist auch der letzte Rest des fließenden Übergangs der Kulturlandschaft in die Natur ausgemerzt.

Was wäre Ihr Appell an die Vöslauer Politik?
Das Problem von Vöslau ist, dass Identität und Selbstbewusstsein, die in der Kurstadt des 19. Jahrhunderts im höchsten Maß vorhanden waren, vollkommen verlorengegangen sind und offenbar kein Interesse daran besteht, diese Qualitäten zurückzugewinnen. Ich arbeite derzeit an einer Broschüre mit dem Titel „Das Zerstörungswerk der Vöslauer Bürgermeister und ihrer Handlanger“, für das auch schon die Finanzierung steht. Alfred Flammer kommt darin nicht vor; der hat noch etwas von der spezifischen Kultur und der Geschichte Bad Vöslaus gespürt und auch etwas dafür getan.

Das heißt: Was müsste sich Ihrer Meinung nach ändern – vor allem auch im Hinblick auf Schlumberger?
Es ist nicht die Schönheit des überbordenden Straßenverkehrs und der Reiz der zahllosen Bausünden, die den Charme unserer Gegend ausmachen, sondern die über Jahrhunderte gewachsene Weinlandschaft. Man könnte von einem Weltkulturerbe der Weinlandschaften sprechen. Allein auf die Idee zu kommen, das nicht schützen zu müssen, ist barbarisch, aus der Sicht gebildeter Menschen natürlich sonderschulreif. Wenn sich Vöslau stadtbildmäßig ruiniert, ist das Sache des Bürgermeisters und seiner in jeder Hinsicht in kulturellen Fragen inkompetenten Berater. Andere lässt er auch gar nicht zu. Aber wo es um die Weinlandschaft, um die Identität unseres eigentlichen, kulturellen Lebensraumes geht, muss weiträumiger gedacht werden. Ich fordere den Bürgermeister auf, sich mit anderen Bürgermeistern der Thermenregion zu einer Initiative zusammenzuschließen, die eine großzügige Unterschutzstellung unserer Weinlandschaft bezweckt.

N. Kranzl

Otmar Rychlik entsetzt über die Schlumberger-Pläne
6 votes, 4.33 avg (85% score)

10 Antworten zu Otmar Rychlik entsetzt über die Schlumberger-Pläne

  1. Antonia sagt:

    Was haben eigentlich noch nicht einmal eingereichte Ausbaupläne einer Privatfirma mit dem angeblichen Zerstörungswerk eines Bürgermeisters zu tun? Polemischer, eitler und vor allem destruktiver kann man sich nicht in der Badener Zeitung wichtigmachen als Herr Rychlik. Leider beeindruckt er durch seine ziemlich gute Rhetorik immer wieder ahnungslose Redakteure und Leser. Das schiefe Licht fällt leider genau auf ihn zurück, wenn man sich ein wenig genauer auskennt.

    Tatsache ist: Gerade auf historisch gewachsenen Stadtteilen und liegen in Bad Vöslau besonders hohe Schutzbestimmungen, die schon sehr viele sinnlose und ortsbildschädigende Bauprojekte verhindert haben und die so manchem Erben von historischen Villen massive finanzielle Belastungen beschert haben. Fragen Sie doch einmal die Besitzer des historischen Juwels des Cafe Thermal und viele andere in unserer Stadt. Auch die Firma Schlumberger muss wie jeder andere hier in Vöslau zur Kenntnis nehmen, dass es eine Bauordnung und Schutzzonen gibt, und die Stadtgemeinde unter Bgm. Prinz wird sicher für ihre Einhaltung sorgen. Gleichzeitig muss man aber auch akzeptieren, dass Vöslau kein Museum ist, sondern eine lebendige Stadt mit Wachstum und Entwicklung. Auch die alten Gebäude wurden einmal mitten in die Natur gebaut und verstellten bei ihrer Errichtung anderen die Sicht auf die Gegend.

    Bei seinen hochinteressanten Stadtführungen zeigt er einerseits voll Anerkennung die wunderbaren alten Gebäude und Stadtteile her, die dank der seit Jahrzehnten vorbildlicher Bebauungspolitik in unserer Stadt erhalten und weithin anerkannt sind. Auf der anderen Seite arbeitet er offenbar im Hintergrund an genau dem Gegenteil.

    Dabei fällt nicht nur Insidern auf: Gerade jene Personen, die den Mut haben, ihm die Wahrheit zu sagen, wie Bürgermeister Prinz oder der Gainfarner Pfarrer (…. oder weiß die Badener Zeitung nicht, dass in der Gainfarner Kirche Briefe von Hr. Rychlik verlesen werden, nähere Infos gibt’s beim Pfarrgemeinderat oder bei jedem Kirchenbesucher) werden von ihm mit verdrehten Tatsachen medial verhöhnt.

    Herr Rychlik, kehren Sie lieber vor ihrer eigenen Tür, und halten Sie diese in Ordnung, bevor Sie mit ihren Verleumdungen die Leser der BZ an der Nase herumführen.

  2. Bernhard Fischer sagt:

    Sehr geehrte Frau Antonia,
    in Ihrem Kommentar zum Artikel Dr. Rychlik/Schlumberger Pläne erwähnten Sie, dass die besonders hohen Schutzbestimmungen in Bad Vöslau viele ortsbildschädigende Bauprojekte verhindert haben. Weiters führten Sie u.a. an, dass sich jeder daran halten muss und dass Hr. Bgm. Dipl.-Ing. Prinz (Anm. studierter Raumplaner – TU Wien) für dessen Einhaltung sorgt.
    Ich kann Ihre Naivität leider nicht teilen. Mir ist kein Projekt bekannt, wo der Hr. Bgm. sich für den rechtsgültigen Bebauungsplan bzw. für die Schutzzonen stark gemacht hat. Vielmehr gibt es in den Schutzgebieten eine Reihe offener Baustellen/Projekte von Bauträgern & Spekulanten, die laut Bebauungs- und Flächenwidmungsplan so nicht durchführbar sind. Eine (klare) Aussage dazu ist mir von der Stadtführung nicht bekannt. Aber Sie haben richtig erkannt, dass im Gegensatz der einzelne Vöslauer die Vorschriften und Bestimmungen von der Stadtführung vorgeschrieben bekommt und einhalten muss. Da stellt sich bei mir schon die Frage warum hier scheinbar projektabhängig unterschiedliche Ansätze angewendet werden?

    Dank den korrekten Recherchen der BZ, der geschlossenen Minderheitsfraktion (FPÖ&Unabhänige, Grüne, ÖVP und SPÖ) und der einzelnen Vöslauer Initiativen konnte in den letzten Jahren eine Menge aufgedeckt werden. Somit bewahrheitet sich wieder einmal das Sprichwort: Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser. Nur schade, dass gerade in der Sache Bebauung ständig auf die Finger der Liste Flammer insbesonders auf die Finger des Bgm. geschaut werden muss. Denn als studierter Raumplaner und somit als sogenannter Experte in diesem Fachgebiet sollte man wissen wie man zu handeln hat!

    Zu Ihrem Beispiel Cafe Thermal (Villa Pereira) erlaube ich mir folgende Anmerkung. Dieses einzigartige Objekt mit der vorgelagerten Teich & Parkanlage und dessen zentrale Lage wäre prädestiniert z.B. als kultureller „hot spot“ entwickelt zu werden. Hier müsste selbstverständlich die Stadtgemeinde federführend tätig werden. Ein Objekt in dieser Lage käuflich zu erwerben wäre eine einzigartige Chance, die so nicht mehr so schnell kommen wird und würde Weitsichtigkeit im Sinne von Bad Vöslau bedeuten. Aber wie es aussieht fehlt es leider an Weitsicht, Mut, Willen und scheinbar auch am notwendigen Kleingeld. Dieses befindet sich ja bekanntlich in einem Autobahnanschluss, dessen versprochene Verkehrsentlastung nach nunmehr 2 Jahren nach wie vor auf sich warten lässt!

    Zum Abschluss darf ich anmerken, dass im Artikel „Rychlik-Schlumberger Pläne“ Hr. Dr. Rychlik auf die Sensibilität der bedeutsamen und einzigartigen Weinlandschaft unserer Region hingewiesen hat. Weiters hat er darin das Gefährdungspotential aufgezeigt, dass durch einzelne Bauprojekte in einem Naurschutzgebiet (Natura 2000, Biosphärenpark Wienerwald, Säugetiere) verursacht werden könnte. Ich denke man sollte hier festhalten, dass es sich bei Hrn. Dr. Rychlik um einen international anerkannten Kunsthistoriker handelt, der nicht nur „Spaziergänge“ in Bad Vöslau durchführt, sondern bereits wertvolle Beiträge im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Stadtgemeinde eingebracht und umgesetzt hat. Ihre persönliche Einstellung zu Dr. Rychlik sollte zugunsten einer sachlichen Betrachtung weichen. Mit freundlichen Grüßen Bernhard Fischer

    • Herr Fischer,
      eine sehr gute Antwort Ihrerseits!

      Sauber erläutert und ausgesprochen was Sache ist, nicht blind und naiv wie Fr. Antonia.

      Im Allgemeinen machen mich die wöchentlichen Artikel der Badener Zeitung immer wieder traurig, da man als stolzer Vöslauer immer wieder nachlesen darf, wie diese wunderschöne Kurstadt (mit viel Potenzial nach oben) langsam aber sicher zerstört wird!

  3. Antonia sagt:

    Da bin ich aber ganz anderer Meinung, meine Herren, ich kann von Zerstörung in unserer wunderschönen Stadt nichts finden. Ihre Sympathie für einen Menschen wie Herrn Rychlik spricht ja Bände. Was sind Sie beide doch für realitätsferne, mieselsüchtige Schwarzmaler! Ganz im Gegenteil zu Ihren Aussagen sind alle meine Gäste aus Wien und von weiter her bei jedem Besuch von Bad Vöslau vom harmonischen Stadtbild begeistert und beobachten, dass sich Bad Vöslau in den letzten Jahren außergewöhnlich positiv entwickelt hat. Und klar, alte Bausünden kann man leider nicht wegsprengen.

    Der Bebauungsplan wurde unter jahrelanger Vorbereitung unter Einbindung aller Fraktionen erarbeitet und im September 2007 einstimmig im Vöslauer Gemeinderat beschlossen. Alle Bauprojekte, die seither unter diesem Bebauungsplan eingereicht wurden, entsprechen den Schutzbestimmungen des Vöslauer Bebauungsplanes inkl. seiner besonderen Schutzzonen. Leider muss man hinzufügen, dass es in den letzten Jahren in Einzelfällen vorgekommen ist, dass das Bundedenkmalamt den Empfehlungen der Stadtgemeinde zur Ablehnung eines Bauprojektes nicht folgte, sodass die Stadtgemeinde trotz Ablehnung den Bau nicht verhindern konnte, zB der neue Garagenbau in der Badnerstraße.

    Ihre Behauptung, Ihnen wären kein Projekt bekannt ist, bei dem sich Bgm. Prinz für den Bebauungsplan bzw. für die Schutzzonen stark gemacht hat, zeigt Ihre totale Ahnungslosigkeit, da genau das Gegenteil der Fall ist. Bitte nennen Sie doch ein Bauprojekt, das in den letzten Jahren entgegen dem rechtsgültigen Bebauungsplan gebaut oder verändert wurde.

    Wenn ein sensibles Bauprojekt geplant ist, so liest man in den Medien häufig von den Protesten der Anrainer. Nicht jedoch liest man in den Medien, dass oftmals parallel dazu, meist schon davor, seitens der Verantwortlichen im Rathaus mit den Bauwerbern intensive Gespräche stattgefunden haben, um eventuell unpassende Einreichpläne schon vor der Einreichung zu stoppen oder sie von einer gesetzeskonformem Änderung der Baupläne zu überzeugen. Diese Gespräche sind vertraulich. Oder würden Sie das etwa passend finden, dass Ihr eventuelles Privatprojekt mit Ihrer Namensnennung durch die Medien gezogen wird?

    Zu Ihren weiteren Überlegungen:

    Mich selbst beeindruckt eher, dass der allergrößte Teil der Gemeinderatsbeschlüsse einstimmig ist, was für gute und sachorientierte politische Arbeit im Vöslauer Rathaus spricht. Nur ein ganz kleiner Teil der Beschlüsse ist nicht einstimmig. Betrachtet man die Summe dieser nicht einstimmigen Beschlüsse, so stimmen die 4 Oppositionsparteien in der weit überwiegenden Zahl jedenfalls NICHT geschlossen ab. Das kann man eindeutig belegen, und ich beobachte es persönlich mit großem Interesse regelmäßig von der Zuschauerperspektive.
    Bei einigen wichtigen Themen ist die Opposition ja völlig unterschiedlicher Meinung, z.B. Schlumberger-Pläne (ÖVP dafür, Grüne dagegen, Rest abwartend) Umfahrung Gainfarn (FPÖ dafür, Rest inkl. Liste Flammer dagegen), Betriebsgebiet Nord (Grüne dagegen, Rest hat jahrelang dafür gestimmt), Budget (Zustimmung und Ablehnung kreuz und quer), etc. etc. In einem sind sie sich einig, sie wollen alle selbst die Mehrheit und den Bürgermeister-Sessel, aber das ist ja ein ganz normaler Wunsch von Oppositionsfraktionen.

    Nur jemand, der absolut nichts vom Gemeindebudget und von Finanz-Politik versteht – offenbar leider Sie, Herr Fischer – kann fordern, dass die Stadtgemeinde Euromillionen für eine hochriskante Investition wie den Erwerb des Cafe Thermal locker machen soll, noch dazu in einer Stadt – ich zitiere Sie gemeinsam mit Herrn Rychlik -, die von ihrem Bürgermeister angeblich “langsam aber sicher zerstört” wird.

    Noch vor ein paar Jahren befanden sich mitten im Zentrum von Vöslau zwei Großbetriebe: Vöslauer und Druckerei Grasl, mit großen Verkehrs- und Lärmbelastungen für die Wohnbevölkerung. Ihr heutiger Standort, dazu die Errichtung des Betriebsgebietes in der Industriestraße sowie an der äußeren Flugfeldstraße (alles möglich gemacht durch vorausschauende Stadtentwicklungs-Politik), waren nur sinnvoll und logisch mit einer möglichst schnellen Verbindung zum höherrangigen Verkehrsnetz, nämlich der Bahn und der Autobahn. Gute Nacht für unsere wirtschaftliche Entwicklung und für unsere Lebensqualität, wenn der Autobahnanschluss Bad Vöslau (gemeinsam mit Kottingbrunn) nicht gekommen wäre!

    Ich habe zwar keinerlei Hoffnung, Ihre langjährige negative Sichtweise auf unsere wunderschöne Stadt zu verbessern, aber es sollten doch die Fakten richtig sein, die man hier in diesem Forum liest.

  4. Q&A:

    Antonia:
    Da bin ich aber ganz anderer Meinung, meine Herren, ich kann von Zerstörung in unserer wunderschönen Stadt nichts finden. Ihre Sympathie für einen Menschen wie Herrn Rychlik spricht ja Bände. Was sind Sie beide doch für realitätsferne, mieselsüchtige Schwarzmaler! Ganz im Gegenteil zu Ihren Aussagen sind alle meine Gäste aus Wien und von weiter her bei jedem Besuch von Bad Vöslau vom harmonischen Stadtbild begeistert und beobachten, dass sich Bad Vöslau in den letzten Jahren außergewöhnlich positiv entwickelt hat. Und klar, alte Bausünden kann man leider nicht wegsprengen.
    ——
    Realitätsfern? Mitnichten!
    Harmonisches Stadtbild, dass sich außergewöhnlich positiv entwickelt hat? Bitte, reden wir wirklich von Bad Vöslau? Zeigen Sie mir positive Entwicklungen!
    Wo bitte, ist etwas harmonisch? Im Zentrum hohe Wohnkomplexe, mit mickrigen Geschäftslokalen, daneben die alte Abfüllanlage der Vöslauer, und all jenes durchschnitten von stark befahrenen Straßen.
    Da muss ich eher Ihnen die Ferne zur Realität vorwerfen!

    Antonia:
    Ihre Behauptung, Ihnen wären kein Projekt bekannt ist, bei dem sich Bgm. Prinz für den Bebauungsplan bzw. für die Schutzzonen stark gemacht hat, zeigt Ihre totale Ahnungslosigkeit, da genau das Gegenteil der Fall ist. Bitte nennen Sie doch ein Bauprojekt, das in den letzten Jahren entgegen dem rechtsgültigen Bebauungsplan gebaut oder verändert wurde.
    ——
    Wohnprojekt Geymüllerstraße.

    Antonia:
    Wenn ein sensibles Bauprojekt geplant ist, so liest man in den Medien häufig von den Protesten der Anrainer. Nicht jedoch liest man in den Medien, dass oftmals parallel dazu, meist schon davor, seitens der Verantwortlichen im Rathaus mit den Bauwerbern intensive Gespräche stattgefunden haben, um eventuell unpassende Einreichpläne schon vor der Einreichung zu stoppen oder sie von einer gesetzeskonformem Änderung der Baupläne zu überzeugen. Diese Gespräche sind vertraulich. Oder würden Sie das etwa passend finden, dass Ihr eventuelles Privatprojekt mit Ihrer Namensnennung durch die Medien gezogen wird?
    ——
    Mag sein. Allerdings hat der Hr. Bürgermeister wohl wenig Überzeugungskraft, bzw. stoppt erst gar nichts. Oder wie siehts nun mit Schlumberger oder dem Krematorium aus?

    Antonia:
    Mich selbst beeindruckt eher, dass der allergrößte Teil der Gemeinderatsbeschlüsse einstimmig ist, was für gute und sachorientierte politische Arbeit im Vöslauer Rathaus spricht. Nur ein ganz kleiner Teil der Beschlüsse ist nicht einstimmig. Betrachtet man die Summe dieser nicht einstimmigen Beschlüsse, so stimmen die 4 Oppositionsparteien in der weit überwiegenden Zahl jedenfalls NICHT geschlossen ab. Das kann man eindeutig belegen, und ich beobachte es persönlich mit großem Interesse regelmäßig von der Zuschauerperspektive.
    Bei einigen wichtigen Themen ist die Opposition ja völlig unterschiedlicher Meinung, z.B. Schlumberger-Pläne (ÖVP dafür, Grüne dagegen, Rest abwartend) Umfahrung Gainfarn (FPÖ dafür, Rest inkl. Liste Flammer dagegen), Betriebsgebiet Nord (Grüne dagegen, Rest hat jahrelang dafür gestimmt), Budget (Zustimmung und Ablehnung kreuz und quer), etc. etc. In einem sind sie sich einig, sie wollen alle selbst die Mehrheit und den Bürgermeister-Sessel, aber das ist ja ein ganz normaler Wunsch von Oppositionsfraktionen.
    ——
    Auch das wird so sein, dass ein großer Teil der Beschlüsse einstimmig ist. Aber bei wirklich relevanten Fragen nicht! Und das ist wesentlich. Stichwort „Betreutes Wohnen“.

    Antonia:
    Nur jemand, der absolut nichts vom Gemeindebudget und von Finanz-Politik versteht – offenbar leider Sie, Herr Fischer – kann fordern, dass die Stadtgemeinde Euromillionen für eine hochriskante Investition wie den Erwerb des Cafe Thermal locker machen soll, noch dazu in einer Stadt – ich zitiere Sie gemeinsam mit Herrn Rychlik -, die von ihrem Bürgermeister angeblich “langsam aber sicher zerstört” wird.
    ——-
    Aber in den Kursalon, der nie wirklich „gut lief“ und fernab des Zentrums und ohne Parkmöglichkeiten liegt, dort kann man mehrerer hunderttausend Euro investieren und einen Pachtvertrag abschließen (oder eben nicht, wie berichtet), wo kein Geld abfällt.

    Und mit dem Schlumbergerplänen würde einiges zerstört.

    Antonia:
    Noch vor ein paar Jahren befanden sich mitten im Zentrum von Vöslau zwei Großbetriebe: Vöslauer und Druckerei Grasl, mit großen Verkehrs- und Lärmbelastungen für die Wohnbevölkerung. Ihr heutiger Standort, dazu die Errichtung des Betriebsgebietes in der Industriestraße sowie an der äußeren Flugfeldstraße (alles möglich gemacht durch vorausschauende Stadtentwicklungs-Politik), waren nur sinnvoll und logisch mit einer möglichst schnellen Verbindung zum höherrangigen Verkehrsnetz, nämlich der Bahn und der Autobahn. Gute Nacht für unsere wirtschaftliche Entwicklung und für unsere Lebensqualität, wenn der Autobahnanschluss Bad Vöslau (gemeinsam mit Kottingbrunn) nicht gekommen wäre!
    ——
    Vöslauer und Druckerei Grasl. Schön, und weitgedacht wird nicht? Was passiert mit diesen Arealen? Bleiben uns diese nun die nächsten Jahrzente leerstehend erhalten, mitten im Zentrum?
    Autobahnanschluss finde ich ebenso gut! Aber nur in Verbindung mit dem gesamten Verkehrskonzept, welches eine Umfahrung Gainfarn und die Verlängerung Dammgasse Baden vorsieht. Ohne diese Umfahrungen aber, müssen wir weiterhin mit der Verkehrshölle leben. Das will unser Hr. Bürgermeister nicht wahrhaben, und glaubt mit ein paar 30er Zonen hat man ein funktionierendes Verkehrskonzept!

    Meine Ausführungen, realitätsnah.

  5. Bernhard Fischer sagt:

    Sehr geehrte Frau Antonia,
    wie abschließend in meinem vorigen Kommentar hingewiesen, würde ich Sie ersuchen sachlich zu bleiben und keine untergriffig und populistisch gesteuerten Argumentationen zu verwenden.

    Ihre einfältigen Aussagen haben leider eine Ähnlichkeit mit den von Bürger/innen wahrgenommenen Wutanfällen des Bürgermeisters in diversen Gemeinderatsitzungen – konstruktive Kritik wird als persönlicher Angriff empfunden, objektive Meinungen werden zerschlagen und nicht anerkannt und am besten „kalt“ gestellt. Das funktioniert nicht mehr!

    Ihre Namensnennung „Antonia“ z.B. lässt leider keinerlei Rückschlüsse über eine gewisse Persönlichkeit zu, dennoch ist aufgrund der eindimensionalen Argumentationskette und diverse Verstrickungen Ihre Zugehörigkeit klar erkennbar.
    Im Gegensatz zu Ihnen muss ich „Gott sei Dank“ keine Fraktion verteidigen, sondern kann mich einerseits auf die sachlichen Fakten und andererseits auf meine in Ruhe durchgeführten Recherchen – die auch in Ihre Fraktion gehen – stützen.

    Dennoch darf ich auf Ihre anonymen Behauptungen wie folgt antworten:

    Nennung eines „Bauprojekts in den letzten Jahren entgegen dem rechtsgültigen Bebauungsplan gebaut od. verändert wurden“:
    Wie in meinem Kommentar erwähnt, darf ich nochmals hervorheben, dass eine Menge illegal vorgesehene Baustellen/Projekte bis dato verhindert worden sind! Ersparen Sie mir eine Aufzählung – ich denke eine Nicht-Aufzählung ist auch im Sinne der Liste Flammer.
    Garagenbauten wie Sie beschrieben haben, sind leider nicht nur in der Badener Straße erfolgt sondern wie z.B. aktuell in der Florastraße – Weinkellerei Steiner – passieren laufend, ohne dass die Stadtführung dagegen aufzeigt – die Mittel dazu hätte Sie!

    Cafe Thermal – Villa Pereira – hochriskante Euromillionen Investition:
    Ja da haben Sie recht, mit Ihrer Einstellung würde ich auch die Finger davon lassen. Nochmals für solch einen Schritt benötigt man Weitsicht, Mut und den Willen!

    Gemeinderatsbeschlüsse:
    Ich erlaube mir hinzuweisen, dass meines Wissens nach die Schlumberger-Pläne noch nicht im öffentlichen Gemeinderat besprochen wurden – oder wissen Sie mehr?

    Der Beschluss zum Betriebsgebiet Nord wurde in der GR-Dezember-Sitzung 2012 im Alleingang durch die Liste Flammer – trotz Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen, dass es sich hierbei eindeutig um ein äußerst sensibles Gebiet handelt – durchgeboxt!

    Umwidmung eines beträchtlichen Teils des Schlossparks Gainfarn in eine hochwertige Baulandwidmung führte zu einem geschlossenen Auftreten der Minderheitsfraktion

    Beim Sandmayr-Projekt hätte die Liste Flammer die Aufschließung auf Kosten der Vöslauer Steuerzahlers einstimmig beschlossen, wenn nicht die geschlossene Minderheitsfraktion konstruktive und transparente Nachforschungen betrieben hätte. Nähere Details dazu erspare ich Ihnen – die ganze Sache ist traurig genug und ein Fall für die Staatsanwaltschaft!

    Betreubares/Betreutes Wohnen hat zu einem geschlossenen – und berechtigten – Auszug der Minderheitsfraktion geführt, nachdem die Liste Flammer auf konstruktive und objektive Vorschläge nicht eingegangen ist.

    Ich habe nur einige Beispiele erwähnt, aber Sie haben richtig erkannt, dass zu gewissen Themen auch andere Meinungen in der Minderheitsfraktion – in Gegensatz zur Liste Flammer – bei den Gemeinderatssitzungen akzeptiert werden. Das empfinde ich als positiv und gehört zur Demokratie. Es gibt somit kein Stimmzwang wie bei der Liste Flammer, sondern es müssen die Fakten sprechen!

    Abschließend darf ich nochmals darauf hinweisen, dass Sie sachlich und objektiv bleiben sollten. Bei diesem Forum handelt es sich um eine Plattform der unabhängigen Badener Zeitung – die stets korrekt berichtet und nicht um eine Parteizeitung. Mit freundlichen Grüßen Bernhard Fischer

  6. Jörg Redl sagt:

    BZ: Otmar Rychlik entsetzt über die Schlumberger-Pläne

    Tja – muss ehrlich sagen – auch wenn ganz anderes Thema – ich bin auch über manche Sachen entsetzt …. Jörg Redl

  7. Bin ganz Ihrer Meinung,sehr geehrter Herr Redl.
    Beispiel:Der Dutzfreund des Herr Prinz (Bürgermeister)Herr Künig (Betreiber Kurzentrum) erhielt die Genehmigung so billig zu bauen,daß die Gebäude nicht auftriebssicher sind es mußte drainagiert werden.
    Ergebnis:Die Quellen sämtlicher Anrainer sind unwiderbringlich versiegt.Man meint das können sich nur Potentaten in Zentralafrika oder der Ukraine herausnehmen,falsch so was passiert in Bad Vöslau Niederösterreich und wird nicht geahndet.Darüber muß man (frau)wirklich entsetzt sein

    • Jörg Redl sagt:

      Sehr geehrte Frau Dr. Witzmann – Köhler,
      Ich glaube zwar nicht, dass Sie wissen, was ich gemeint habe – auch wenn es in der BZ und in anderen Zeitungen gestanden ist vor einigen Tagen, aber es stimmt – man kann über vieles entsetzt sein.
      Da fallen mir viele Themen ein…. leider !

      Zum Glück haben wir ja mit der Gemeinde Vöslau eine sehr Kooperativen und partnerschaftlichen Ansprechpartner, sei es mit der zur Verfügungstellung von Parkraum (auch für die Reisebusse), der Bauhof ist Spitze bei Schneeräumung und Zusammenräumen, es gibt viele tolle Veranstaltungen (sicher auch gut und wichtig für ihre Gäste) vor der Haustür…. (Jetzt wieder Eröffnung Trauben Most Kur)….
      Und dass es gut geführte Betriebe in Vöslau gibt wie das Hotel Stefanie oder das Kurzentrum denke ich ist sehr wichtig.

      MfG
      Jörg Redl

  8. Offensichtlich haben Sie mich nicht verstanden Herr Redl!
    Was hat Funktionärsunwesen und Vetternwirtschaft mit Busparkplätzen (das Hotel Stefanie steht seit vielen Jahren nicht mehr für den Bustourismus zur Verfügung, sondern ausschließlich für den Individualtourisms)und Gemeindeveranstaltungen (Herr Prinz,Bürgermeister,wurde mündlich und schriftlich informiert sollten sich nocheinmal Hotelgäste beschweren aufgrund Lärmbelästigung in Vorbereitung “Seifenkistelrennen”5.30Uhr morgens am Wochenende die Gemeindeverwaltung mit einer Klage wegen geschäftsschädigenden Verhalten zu rechnen hat.
    Wir bezahlen tausende Euro jährlich Kommunalsteuer,da sollte es selbstverständlich das im Winter auf den Straßen Schnee geräumt wie in jeder zivilisierten mitteleuropäischen Gemeinde.
    Vielleicht sollen wir uns demnächst bei seiner Durchlaucht Herr noch untertänigst bedanken wenn die Straßenbeleuchtung bei Dunkelheit eingeschaltet wird,am gesamten Badplatz ist das seit einer Woche nicht mehr der Fall.
    Die Gemeindeverwaltung ist Unfähig das Verkehrsproblem zu lösen durch insuffiziente Ampelschaltung sind unsere straßenseitigen Zimmer aufgrund Lärmbelästigung nicht vermietbar.
    Ich hoffe sehr Herr Redl Sie haben jetzt verstanden!

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*


SPAM-Schutz

Kopieren Sie dieses Passwort *

Tragen Sie das Passwort hier ein *

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Vario Haus Auszeichnung

Staatliche Auszeichnung für VARIO-HAUS
Die VARIO-BAU Fertighaus GesmbH wurde 1983 gegründet. Unter der Spitzenmarke im Fertighausbau „VARIO-HAUS“ werden Einfamilienhäuser primär als Niedrigstenergie- oder Passivhäuser ... weiterlesen

Anzeige

Auf Mobile-Version umschalten