Gemeinsam gegen Teuerung: Traiskirchen verbilligt Sozialleistung

TRAISKIRCHEN. – Mit einer neuen und bislang einzigartigen Sozialinitiative lässt die Stadtgemeinde Traiskirchen aufhorchen: Als ein Zeichen gegen die steigenden Preise für Lebensmittel verbilligt sie „Essen auf Rädern“ – als mehr als einen „symbolischen Schritt“, wie seitens der Stadt beteuert wird.

Als mehr als einen „symbolischen Schritt“ bezeichnet Bgm. Fritz Knotzer die Initiative der Stadtgemeinde Traiskirchen, „Essen auf Rädern“ zu verbilligen. „Gerade die sozial schwachen Haushalte spüren die explodierenden Lebensmittelkosten. Die Preisanstiege bei Gemüse mit mehr als 10 %, Obst mit ca. 8 % und Fleisch mit 6,3% sind dabei besonders hart“, stellt StR Andreas Babler die erdrückende Sachlage für die sogenannten „kleinen Leute“ dar. „Auch Brot, Getreideerzeugnisse, Milch, Käse und Eier wurden im Vergleichszeitraum des Vorjahres um rund drei Prozent teurer.“
Aus diesem Grund hat man sich in Traiskirchen zu einem Schritt entschlossen, der bei öffentlichen Angeboten an Dienstleistungen doch eher ungewöhnlich ist: „Der Preis für die Sozialleistung „Essen auf Rädern“ verbilligt sich zukünftig pro Portion für alle Menschen, die bisher den Mindesttarif bezahlt haben, um 20 Cent pro Mahlzeit. Davon werden Mindestpensionistinnen und -pensionisten, andere schwache Haushalte oder Einzelpersonen profitieren“, kündigt Bgm. Fritz Knotzer an, der die Aktion „Essen auf Rädern“ vor mehr als 25 Jahren ins Leben gerufen hat – damals noch als junger Bürgermeister. „Für Menschen mit etwas höherem Einkommen verbilligt sich eine Mahlzeit um 10 Cent.“
In Zukunft erspart sich beispielsweise ein Mindestpensionist durch diese Inititative pro Monat rund sechs Euro. Auf ein ganzes Jahr hochgerechnet kommt somit eine Ersparnis von ca. 70 Euro zusammen, rechnet Babler vor. „Somit können die teilweise explodierenden Kosten für Lebensmittel gerade für die sozial schwächeren Mitbürger abgefedert werden“, ist sich auch Sozialstadtrat Franz Himstedt sicher. „Immerhin treffen die Parameter in der Inflationsberechnung die sozial schwächeren Menschen in unserer Gesellschaft überdurchschnittlich hart Denen nützt es auch nichts, wenn andere Produkte wie Städteflüge, PC- Zubehör oder ähnliches billiger werden, da sie sich solchen Luxus eh nur selten bis nie leisten können.“
Der Entschluss ist gefallen, nun geht es darum, ihn auch noch umzusetzen. „Die SPÖ wird auf jeden Fall in der nächsten Gemeinderatssitzung einen dementsprechenden Antrag einbringen“, kündigt Babler an. Doch damit nicht genug: Auch in Richtung Bundesgesetzgebung fordern die Traiskirchner „eine Preiskontrolle und einen gesetzlichen Rahmen. Es braucht generell eine staatliche Regulierung von Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln“, ist sich Babler sicher. „Wir setzen mit unserer Initiative einen ersten, weit mehr als symbolischen Schritt – jedenfalls eine Art Lichtquelle in dieser so kühlen und harten Zeit für die sogenannten „kleinen Leute“. Aber es wäre schön, wenn weitere Initiativen folgen würden.“

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