60% stimmen gegen Krematorium am Pöllakreuz

LEOBERSDORF. – Am Sonntag haben die Leobersdorfer ein klares Statement abgegeben: Nein zum geplanten Krematorium am Pöllakreuz. Mehr als 60 % all Jener, die zur Volksbefragung gingen, haben dem Projekt eine Absage erteilt. Für Bgm. Andreas Ramharter steht fest, dass dieses Ergebnis respektiert wird – obwohl er sich selbst ein anderes gewünscht hätte.

„In Leobersdorf wird es kein Krematorium geben“, stellt Bgm. Andreas Ramharter unmissverständlich klar. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir dieses Projekt nicht gegen den Willen der Bevölkerung umsetzen. Und die Bürger haben uns am Sonntag deutlich gezeigt, dass sie kein Krematorium wollen.“
52 % betrug die Wahlbeteiligung – ein beachtlicher Wert für eine Volksbefragung. 1.244 Nein-Stimmen, 815 Ja-Stimmen und 15 Ungültige wurden abgegeben. Ein klares Ergebnis: 60,42 % stimmten gegen, 39,58 % für das Krematorium.
Glücklich mit dem klaren Nein ist Ramharter nicht, denn die Gemeinde stand bis zuletzt hinter dem Projekt, an dem sie sich mit 26 % auch selbst beteiligen wollte: „Aber ich bin sehr froh darüber, dass so viele Leute zur Befragung gegangen sind. Denn nichts wäre schlimmer gewesen als eine geringe Wahlbeteiligung und damit ein Ergebnis, an dem wir wieder heruminterpretieren hätten müssen.“ Aber er macht auch keinen Hehl daraus, dass er sich einen anderen Ausgang gewünscht hätte. „Wir haben lange an dieser Idee mitgearbeitet, und ich bin nach wie vor überzeugt davon, dass es ein gutes Projekt gewesen wäre.“ Fest steht aber: Sowohl Grundstücksverkauf als auch Beteiligung sind nach dem klaren Ergebnis vom Sonntag vom Tisch.
Enttäuscht vom klaren „Nein“ zeigt sich auch Projektwerber Peter Tappler. „Es ist schade, dass wir unser Projekt hier nicht verwirklichen können“, räumt der Umweltanalytiker ein. „Ich habe selten eine so offene und innovative Gemeinde erlebt wie Leobersdorf.“ Erfreut hat ihn aber, dass immerhin 40 % für das Projekt gestimmt haben. „Und das trotz der gezielten Felhlinformationen, die von den Projektgegnern verbreitet wurden“, meint Tappler. „Da ging es nicht mehr um sachliche Argumente, sondern um Panikmache. Aber es ist natürlich immer leicht, den Leuten Angst zu machen!“ Sein Projekt eines „innovativen Verabschiedungszentrums“ will er nun anderswo realisieren. Ob das nun in einem anderen Bundesland geschehen soll, wo die Gesetzgebung einfacher ist und keine Gemeindebeteiligung vorschreibt, oder ob es eine Zusammenarbeit mit den Vöslauer Projektwerbern werden soll, darauf will sich Tappler derzeit aber noch nicht festlegen.
Deutlich bessere Stimmung herrscht nach der Volksbefragung wenig überraschend bei den Projektgegnern. „Ich bin sehr froh über das Ergebnis“, meint Daniela Fradinger-Gobec, die eine Bürgerinitiative gegen das Krematorium gegründet und mit ihrer Unterschriftenaktion die Volksbefragung überhaupt erst initiiert hat. „Es hat sich gezeigt, dass diese Frage den Leuten auch wichtig genug war, den Gang ins Wahllokal nicht zu scheuen. Die Wahlbeteiligung war enorm, und es freut mich, dass wir auch die 1.000 Gegenstimmen locker geschafft haben, die der Bürgermeister für einen Stopp des Projekts vorausgesetzt hat.“ „Seinen Hut vor der Leobersdorfer Bevölkerung“ zieht VP-Parteiobmann Johann Zöhling, ein scharfer Kritiker des Projekts. „Mit einer so hohen Wahlbeteiligung habe ich nicht gerechnet. Aber da zeigt sich wirklich die demokartische Reife der Bevölkerung, und zwar sowohl der Gegner als auch der Befürworter.“ Ähnlich begeistert zeigt sich auch SP-Obmann Gerhard Tschakert, der von Anfang an gegen das Krematorium mobil machte. „Ich habe ehrlich gesagt mit 35 % Beteiligung gerechnet. Das Interesse der Bürger beeindruckt mich“, so Tschakert. „Bis zum Schluss war auch die Befürchtung da, dass das Krematorium doch kommt. Denn die Werbung für das Projekt war enorm.“
Auch nach dem endgültigen „Nein“ wird das Krematorium den Ort aber noch eine Zeitlang beschäftigen: Innerparteiliche Spannungen, anonyme Drohbriefe und Streitereien darüber, wer warum für wie viel Werbung bezahlt hat – um nur einige offene Fragen zu nennen.

N. Kranzl

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Antworten zu 60% stimmen gegen Krematorium am Pöllakreuz

  1. maier horst sagt:

    aber irgendwo sollte es trotzdem eines gebaut werden,
    da viele Menschen den Wunsch haben verbrannt zu werden
    aber nach dem Floraniprinzip wirds ein Problem

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