Wohnen zwischen Fachmarktzentrum und A2?

Die beiden Grundstücke liegen zwischen Kottingbrunnerstraße und Wr. Neustädterstraße und damit genau an der Autobahnanschlussstelle. © Kranzl

BAD VÖSLAU. – Seit Jahren wird um die Kottingbrunnerstraße diskutiert. Und das mit gutem Recht: Immerhin ist sie ein besonders heikler Punkt an einer verkehrstechnisch besonders heiklen Stelle. Ausgerechnet dort, direkt an der Autobahnanschlussstelle Kottingbrunn, gibt es nun auch Ideen, zusätzlichen Wohnraum, aber auch Flächen für Büros und Dienstleistungen zu erschließen.

Die meisten werden die Grundstücke nur vom Vorbeifahren kennen: An der Ecke Kottingbrunnerstraße mit der Wr. Neustädterstraße gibt es eine leer stehende Fläche, auf der momentan nur hin und wieder, besonders aber in Wahlkampfzeiten, Werbeplakate zu sehen sind. Gerüchte, dass auf dem Grundstück gebaut werden soll, gibt es schon länger – und die Anrainer der Kottingbrunnerstraße zeigen sich davon eher weniger begeistert. Der Grund: Schon jetzt wird die relativ schmale Kottingbrunnerstraße von vielen Autofahrern als schnellster Weg zur Autobahnanschlussstelle Kottingbrunn und damit zur A2 genutzt. Als die Durchfahrt aus Richtung Gainfarn 2007 ermöglicht wurde, liefen die Anrainer Sturm. Zuvor war die Ausfahrt in die Wr. Neustädterstraße mit großen Steinen abgesperrt, die Kottingbrunnerstraße damit zur Sackgasse gemacht. All das änderte sich 2007 – sehr zum Leidwesen der Anrainer. Ihr Argument: Seitdem sich die Gemeinde entschlossen habe, die Steine zu entfernen, sei die kleine Straße zum Autobahnzubringer geworden. Doch damit nicht genug: Seit Jahren zittern die Anrainer, die letzten 150 Meter der Kottingbrunnerstraße könnten ausgebaut und die Straße damit zusätzlich auch in die Gegenrichtung für den Verkehr freigegeben werden. Denn: Es gibt seit Jahren Gespräche zwischen Stadtgemeinde und den Grundstückseigentümern in dieser Sache. Das bestätigt auch Gerald Burger vom Bauamt. „Es stimmt, dass wir seit Jahren planen, den Teil der Kottingbrunnerstraße, der in die Wr. Neustädterstraße einmündet, auszubauen. Dazu wären auch Grundstücksabtretungen nötig. Entsprechende Gespräche mit den Grundstückseigentümern gibt es“, so Burger. „Wir wollen diesen Teil genauso ausbauen wie den oberen schmalen und nur schwer befahrbaren Teil der Straße.“ Er beteuert aber auch, dass es keine Bestrebungen gebe, die Straße auch für die Durchfahrt in Richtung Westen freizugeben. „Das war nie unser Plan. An der Verkehrssituation wird sich auch nach dem Ausbau nichts ändern.“
Die Anrainer zeigen sich durch die Ausbaupläne dennoch verunsichert. Und die betreffen nicht nur die Straße selbst, sondern auch die bislang unverbauten Grundstücke an der unteren Kottingbrunnerstraße. Denn es gibt Gespräche über die zukünftige Verwertung der Grundstücke. „Es gibt noch kein konkretes Projekt“, beteuert Burger. Was es aber gibt, ist eine Änderung im Flächenwidmungsplan, die doch Rückschlüsse auf die konkreten Vorhaben zulässt: Waren die beiden betreffenden Grundstücke zuvor als Parkplatz gewidmet, so ist seit 2012 jenes Grundstück, das direkt an der Wr. Neustädterstraße liegt, als Bauland Sondergebiet Büro und Dienstleistungen gewidmet. Für den weiter in Richtung Gainfarn liegenden Grund ist die Widmung Bauland-Wohnland vermerkt. Ob die Gemeinde selbst die beiden Grundstücke an der Kottingbrunnerstraße kaufen will oder ein privater Bauträger daran interessiert ist, darüber möchte man sich seitens der Stadtgemeinde noch nicht äußern.

N. Kranzl

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Antworten zu Wohnen zwischen Fachmarktzentrum und A2?

  1. Kritischer Vöslauer sagt:

    Ich sehe da kein Problem. Im Gegenteil, eine Notwendigkeit und Chance zugleich!

    Die Stadt muss expandieren, braucht Wohnraum. Gerade Wohnraum wird aktuell in der Veilchengasse geschaffen. Auch in der Geymüllerstraße und auf anderen Flächen wird gebaut.
    Doch das wars dann wieder. Deshalb muss schon weitergedacht werden. Und die einfachste und attraktivste Möglichkeit ist nun mal diese im Bereich Kottingbrunnerstraße.
    Sei es nun in Form von Einfamilienhäusern, Reihenhäusern oder begrenzt großen Wohnanlagen.
    Auch moderne Büros und Arztpraxen könnte man gerade im Umfeld der Wr. Neustädter Str. zulassen.

    Die bereits vorhandene und dann verstärkte Verkehrproblematik könnte man schnell lösen. Einbahnregelungen, überwachte 30er Zone, Temposchwellen etc. würden Durchzugsverkehr schnell unterbinden.

    Jedenfalls nur aufgrund dieser Problematik das Stadtwachstum abzuwürgen, kann nur ein schlechter Witz sein.

    Was man aber beachten sollte ist, dass man sich für die Zukunft trotzdem eine Trasse für eine Umfahrung nach Gainfarn freihält. Selbst wenn der Hr. Bürgermeister diese Umfahrung aktuell schubladisiert hat, weil seiner Meinung nach nicht sinnvoll, darf man künftige Entwicklungen nicht ausblenden. Eine Umfahrung wird über kurz oder lang einfach unverzichtbar sein. Die Möglichkeit einer Umfahrung nun für ewig zu verlieren, darf nicht passieren. Immerhin sollte man aus der Vergangenheit gelernt haben, was es bedeutet Gelegenheiten nicht zu nutzen und im Gegenzug mit massiven Problemen kämpfen zu müssen.

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