„Alle Gestalten sind ähnlich, und keine gleichet der anderen“

Arnulf Rainer vor seinem Bild „Blauer Adler. (c) W.M.

Im  Arnulf Rainer Museum in Baden wurde Samstag, 25. Mai, die außergewöhnliche  Ausstellung „Mario Merz/Arnulf Rainer – Tiefe Weite (Fragmente)” eröffnet, die sicherlich auch international viel Beachtung erfahren wird.

Der Spruch von Goethe „Alle Gestalten sind ähnlich, und keine gleichet der anderen“. mag manchem Besucher der neuen Austellung „Mario Merz/Arnulf Rainer – Tiefe/Weite (Fragmente)“ Anregung sein, den Werken dieser beiden bedeutenden Künstler mit anderen Augen, mit einer anderen Einstellung, zu begegnen, als diese nur in ihrem so Sein zu betrachten.
Wie Arnulf Rainer selbst anmerkte, sieht er nun etwa vermehrt Tiere, verdeckt unter Farbschichten mehr oder weniger deutlich in ihrem Formenreichtum hervortreten. Für ihn ist ein einmal geschaffenes Werk einem ständigen kreativen Wandel unterworfen. Der Blick auf und in das Bild verändert sich, verwandelt es. So kann und soll es auch den interessierten Betrachter in der Ausstellung ergehen.
Dass dies durchaus gelingen kann,  dafür bürgen natürlich in erster Linie die Einmaligkeit des kreativen Ausdrucks und die Vielschichtigkeit des Oeuvres der beiden Künstler. Unterstützend sind dabei aber auch die überaus einfühlsame Werkauswahl und das Ausstellungskonzept des international renommierten Kurators Rudi Fuchs. Einem Kurator, dem Rainer völlig freie Hand in der Gestaltung seiner Ausstellungen lässt.  So ist eine Gegenüberstellung  gelungen- sieht man von der „documenta 7,1982“ ab, bei der sich Rainer und Merz einen Raum teilten-, die so noch nicht zu sehen war und die auch in etwas abgeändeter Form anschließend in Turin zu sehen sein wird.  Der Ausstellungsrundgang ist eine Begegung mit Werken, die sich in das kulturelle Bewusstsein eingeprägt haben, und für die die außergewöhnlichen Räumlichkeiten des Arnulf Rainer Museums jenen Rahmen abgeben,  der das Spannungsfeld der Werke erweitert, aber auch ergänzt.  So wenig vorstellbar es erscheinen mag, um nur ein Beispiel zu nennen, korrespondiert der berühmte aus Steinplatten bestehende „Iglu“ von Mario  Merz,  mit Arnulf Rainers Kreuz-Gemälden, die sich so begegnend, archaiische Assoziationen, abseits religiöser Bedeutungen auslösen, die innere Welten berühren. Mit der 70 Werke umfassenden Ausstellung wollte Kurator Rudi Fuchs einen konfrontativen Dialog zwischen Kunstwerken unterschiedlichsten Stils herbeiführen. Ein Zugang, der ihm eindrucksvoll gelungen ist.
Eine Ausstellung, die man nicht versäumen sollte und die zudem mit einem hervorragenden Rahmenprogramm begleitet wird.
Arnulf Rainer, einer der einflussreichsten lebenden Künstler der Gegenwart, wurde 1929 in Baden geboren und gilt als Begründer des Informel in Österreich. International bekannt wurde Rainer mit seinen „Übermalungen“. Seine umfangreichen Werkzyklen sind weltweit bekannt.
Mario Merz wurde 1925 in Mailand geboren und starb am 9. November 2003 in Turin. Mario Merz zählt zu den Hauptvertretern der Arte Povera. 1970 begann Merz mit der Fibonacci-Zahlenfolge zu arbeiten. Die Zahlen tauchen in seinen Zeichnungen ebenso auf, wie sie als Neonröhren seine plastischen Arbeiten begleiten (In der Ausstellung z. B. zu sehen am Werk „Igloo con vortice“
Die Ausstellung kann bis 27. Oktober täglich von 10-17 Uhr, besichtigt werden. www.arnulf-rainer-museum.at
Wanda Mühlgassner

ACHTUNG!
Bereits heute, Mittwoch, 29. Mai, 19 Uhr, findet in Arnulf Rainer Museum das Konzert „8 Celli  300 Jahre“, der „Acht Cellisten der Wiener Symphoniker“ statt.
Das Ensemble spielt Werke aus 300 Jahren Musikgeschichte.
Ab 18 Uhr wird ein Rundgang durch die Ausstellung angeboten.
Telefonische Ticketbestellung unter 02252/209196.

„Alle Gestalten sind ähnlich, und keine gleichet der anderen“
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