Der Forstberater der Stadt reagiert auf Rodungsvorwürfe

BAD VÖSLAU. – Die Schlägerungen am Harzberg sorgen derzeit für Diskussion in Bad Vöslau. Nun reagiert Rudolf Konrad, der forstliche Berater der Stadtgemeinde Bad Vöslau, auf die teils schweren Vorwürfe aus der Bevölkerung: Die Abholzungsarbeiten seien notwendig und alles andere als profitorientiert. Und: Gerade in Bad Vöslau gehe man sehr umsichtig mit dem Wald um.

„Wir holzen nur dort ab, wo es auch sein muss“, stellt Rudolf Konrad, ehemaliger Forstinspektor der BH Baden und seit Jahrzehnten forstlicher Berater der Stadtgemeinde Bad Vöslau, klar. Die Vorwürfe aus Teilen der Bevölkerung, dass am Harzberg großflächig und rücksichtslos abgeholzt werde, kann er beim besten Willen nicht nachvollziehen. „Wir haben gerade am Harzberg einen sehr überhöhten Altbaumbestand. Wir schneiden keine Bäume um, weil wir damit Geld verdienen wollen, sondern, weil wir den Wald verjüngen wollen, damit auch die nächsten Generationen noch einen schönen Wald genießen können“, so Konrad. „Und außerdem besteht bei derart alten Bäumen auch immer die Gefahr, dass Äste herunterfallen, gerade rund um die Wanderwege und Lehrpfade. Wir sind also sehr wohl dazu verpflichtet, uns um unsere Wälder zu kümmern, und da gehören auch gelegentliche Baumfällungen dazu.“ Ab 60 Jahren gilt ein Waldbestand als „hiebreif“, das bedeutet, dass er ein Alter erreicht hat, in dem er wirtschaftlich genutzt und damit auch abgeholzt werden darf. Die Bäume am Harzberg sind aber bedeutend älter. „Wir sprechen von Bäumen, die weit älter sind als 100 Jahre, teils sogar 165 Jahre“, so Konrad. „Die Föhren sind oft morsch, wir sprechen also von notwendigen forstwirtschaftlichen Maßnahmen. Außerdem muss man den Altbestand punktuell wegnehmen, wenn man den jungen Bäumen Licht geben will.“
Auch das Argument, dass die Schlägerungen enorme Flächenmaße betreffen würden, lässt der Forstberater nicht gelten. „Ab einer durchgängigen Fläche von einem halben Hektar muss man die Bewilligung der Forstbehörde, in diesem Fall also der Bezirkshauptmannschaft, einholen“, erklärt der Experte. „Die größten durchgängigen Flächen, die wir in Bad Vöslau abholzen, sind gerade einen Viertel Hektar groß, meistens aber sogar noch viel kleiner.“
Konrad wundert sich vor allem auch über den Vorwurf, dass die Arbeiten rücksichtslos erfolgen würden. „Wenn man sich anschaut, was vor einigen Jahren von einem privaten Waldbesitzer in Großau geschehen ist, dann sind diese Vorwürfe eigentlich kaum zu glauben“, so der pensionierte Forstinspektor, der auch selbst in Gainfarn lebt. „Wir bemühen uns, die Arbeiten mit sehr viel Feingefühl vorzunehmen. In Wäldern, die den Bundesforsten gehören, ist das sehr oft nicht der Fall. Und: Die Abholzungen sind keine finanzielle Bereicherung für die Stadt, sondern unumgänglich.“

N. Kranzl

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2 Antworten zu Der Forstberater der Stadt reagiert auf Rodungsvorwürfe

  1. DI Markus Zeilinger sagt:

    Guten Tag,
    endlich einmal ein fundiertes und sachliches schreiben über diese Thema,
    nicht nur popolistische Statements von Rot und Grün.

  2. Bernhard Fischer sagt:

    Nun ist es klar – hier wird offensichtlich ganz bewusst immer eine unter der bewilligungspflichtigen Fläche geschlägert. So kann man sich auch aus der (Bewilligungs)-Affäre ziehen. Gesamt gesehen kommt dennoch eine beträchtliche Fläche zusammen. Zusätzlich muss beachtet werden, dass das gesamte Gebiet sich im Natura 2000, Vogelschutzgebiet und Biosphärenpark Wienerwald befindet!

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