„Die verbauten Flächen in der Villengegend werden mehr“

Das Grundstück wird im neuen Bebauungsplan geteilt. Hinter den Gebäuden ist deutlich der Grünraum zu erkennen, auf dessen Schutz all jene pochen, die Einspruch gegen die Änderung des Bebauungsplans erhoben haben. © Stadtgemeinde Bad Vöslau

BAD VÖSLAU. – Zahlreich waren die Einwände gegen die Abänderung der Schutzzonenabgrenzung im Bereich der Hochstraße. Durch eine Grundstücksteilung wird zusätzliche Bebauung ermöglicht, und das mitten in der Villengegend, für die Grün- und Gartenräume so charakteristisch sind. So sehen zumindest die Befürchtungen all jener aus, die Einwände gegen die Abänderung des Bebauungsplans eingereicht haben. Baustadtrat Martin Koisser beurteilt die Lage völlig anders.

„Hier geht es um die Unterwanderung einer Schutzzone“, bemerkte Eva Mückstein (Grüne) bei der letzten Gemeinderatssitzung zur geplanten Abänderung des Bebauungsplans. In der Hochstraße 2 soll das Grundstück geteilt werden, im Zuge dessen werden auch die Bebauungsbestimmungen im einzelnen geändert: Anstatt einem großen Grundstück mit der Sonderbebauungsweise „s“, bei der grundsätzlich bis an die Grundstücksgrenzen gebaut werden kann, würde der hintere Teil der Liegenschaft durch die Abänderung zu einem Grundstück mit offener Bebauungsweise. Die Kritiker der Abänderung befürchten aber durch diesen Schritt eine zusätzliche Bebauung mitten im Grünbereich der Villengegend. Baustadtrat Martin Koisser sieht durch die Abänderung des Bebauungslans aber sogar eine Verbesserung in diesem Bereich. „Der Mindestabstand der neuen Bebauung zum bestehenden, schutzwürdigen Gebäude würde sich durch die neue Bebauungsweise auf mindestens 21 Meter erhöhen“, so Koisser. „Außerdem gilt im hinteren Teil der Liegenschaft Bauklasse 1, was einer maximalen Gebäudehöhe von 5 Metern entspricht. Derzeit darf auf dem gesamten Grundstück bis zu 7 Meter hoch gebaut werden.“ Für Peter Lechner (ÖVP), einer jener Bürger, der eine Stellungnahme gegen die Änderung eingebracht hat, sind das Scheinargumente. „Das ist Augenauswischerei. Es stimmt, dass vor der Abänderung auf dem Grundstück Bauhöhe 6-7 gegolten hat. Aber auch bei der neuen Bauklasse 1 darf in der dortigen Hanglage weitaus höher als fünf Meter gebaut werden. Abgesehen davon wäre es gar nicht möglich gewesen, das gesamte Grundstück zu bebauuen, da die Grünflächen in einer Villenschutzzone wie dieser erhalten bleiben müssen“, so Lechner. „Tatsache ist, dass die Teilung ein neues Grundstück mit 30%-iger Bebauungsdichte bringt. Damit gibt es statt einem Grund mit 30%-iger Bebauung zwei Gründe mit 30%-iger Bebauung. Natürlich werden so Grünflächen geopfert, der verbaute Anteil erhöht sich.“ Lechner spricht von einer anlassbezogenen und willkürlichen Abänderung und betont, dass es den Anschein hat, dass die Änderungen vor allem einem Mitglied der Mehrheitsfraktion zugutekommen. In der Gemeinderatssitzung wurden die Einwände nicht berücksichtigt. „Schutzzonen beziehen sich laut Bauordnung auf vom öffentlichen Raum aus einsehbare Bereiche“, so Koisser. „Da die Liegenschaft aber durch die Bebauung rundherum nicht eingesehen werden kann, besteht auch kein Einspruch gegen die geplanten Maßnahmen.“ Die Änderung wurde letzten Endes gegen die Stimmen von Grünen, ÖVP und Freiheitlichen und Unabhängigen beschlossen, die SPÖ enthielt sich der Stimme.

N. Kranzl

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Antworten zu „Die verbauten Flächen in der Villengegend werden mehr“

  1. LL sagt:

    Könnte bitte jemand der ÖVP die Grundidee der Prozentrechnung beibringen… 30% Bebauung sind 30% Bebauung, egal ob auf einem großen oder zwei kleinen Grundstücken … das ergibt keinen Quadratmeter mehr Baufläche

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