„Das ist Freunderlwirtschaft der ganz besonderen Art“

„Wer hat´s erfunden?“, könnte man fragen, wenn es um das Gründerzentrum für Baden geht. Während SP- Mann Michael Grath (links) seit Monaten an der Umsetzung seines Konzeptes arbeitet, zaubert nun auch VP-Mandatar Gottfried Forsthuber ein mehr oder weniger fertiges Immoprojekt aus dem Hut.

Bereits vor Monaten präsentierte die SPÖ Pläne für ein Gründerzentrum in Baden. Jungunternehmern soll damit der Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtert werden. Während Initiator Michael Grath meint, ein geeignetes Objekt gefunden zu haben, präsentiert Gottfried Forsthuber ein Bürohaus, das im Familienbesitz steht als ideale Location.

Eines steht fest: Die Causa „Gründerzentrum“ wird nichts zur Entspannung der ohnehin getrübten Beziehung zwischen Schwarz und Rot beitragen. Seit Monaten bemüht sich SP-Mandatar Michael Grath, die Verantwortlichen von der Notwendigkeit eines Gründerzentrums in Baden zu überzeugen. Jungunternehmer sollen sich Büros und die notwendige Infrastruktur leisten können. Bereits vor dem Sommer hat Grath mit einem entsprechenden Antrag im Gemeinderat den Stein ins Rollen gebracht. Seit Juni wird in Zusammenarbeit mit Vertretern der ÖVP und in enger Abstimmung mit dem Bürgermeister an einem tragfähigen Konzept für die Schaffung eines Gründerzentrums gearbeitet. Erste Ergebnisse wurden bereits im Juli präsentiert. „Mittlerweile haben wir ein möglicherweise geeignetes Objekt im Zentrum gefunden“, freut sich Grath. Weniger erfreut zeigt sich Grath aber nun über das Vorpreschen von VP-Mann Gottfried Forsthuber, der überraschend sein eigenes Projekt präsentiert. „Mehrere Kleinbüros mit bis zu 30m² und ein Raum, der als Gemeinschaftsbüro genutzt werden kann, stehen dort zur Verfügung. Für einen Betrag zwischen 100 und 150 Euro kann man sich als Jungunternehmer oder Ein-Personen-Unternehmen in ein voll eingerichtetes Gemeinschaftsbüro einmieten und WLAN/LAN, Drucker, Küche, Fax, Schreibtisch und Büromöbel uneingeschränkt nutzen“, schildert Forsthuber, der in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer einer Immobilien-GmbH für die Vermarktung des famlieneigenen Objektes an der Stadtgrenze zwischen Baden und Pfaffstätten verantwortlich ist.
Während Bürgermeister Kurt Staska seinem Gemeinderat Forsthuber gratuliert, und sich freut, dass Baden bald ein eigenes Gründerzentrum hat, spricht Michael Grath von Freunderlwirtschaft der besonderen Art.
„Natürlich freue ich mich darüber, wenn Kollege Forsthuber mit ein paar Monaten Verspätung auch einen konstruktiven Beitrag leis-ten will“, begrüßt Grath den Eifer seines Kollegen, wenngleich er auch Zweifel an dessen Motiven äußert. „Ich fürchte, dass in diesem Fall massive Eigeninteressen im Vordergrund stehen, zumal es sich beim vorgeschlagenen Objekt angeblich um einen Ladenhüter der familieneigenen Immobilienfirma handelt. Umso größer ist die Verwunderung seitens der SPÖ auch hinsichtlich der Tatsache, dass sich Bürgermeister Staska offenbar bereitwillig „vor den Karren spannen lässt“ und die Bewerbung einer Immobilie mittels offizieller VP-Presseaussendung unterstützt“, ortet die SPÖ Führungsschwäche des Bürgermeis-ters. „All jene, die schon länger an den Führungsqualitäten des Stadtoberhaupts zweifeln, werden sich in Anbetracht derart unkoordinierter Aktionen wohl einmal mehr bestätigt fühlen. Ich freue mich jedenfalls schon auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den konstruktiven Kräften in der ÖVP“, so GR Grath abschließend.
Gottfried Forsthuber indes kann die Vorwürfe der Freunderlwirtschaft und des Vertretens von Eigeninteressen nicht nachvollziehen. „Die Stadtregierung wünscht sich Initiativen für Jung- und Ein-Personen-Unternehmen zur Verbesserung des Wirtschaftsstandortes Baden. Das soll auf privater Basis passieren, sodass es der Stadt keinen Cent kostet. Ich habe mich dazu entschlossen, als Privater das Risiko zu tragen. Es ist auch Herr Grath herzlich eingeladen, Arbeitsplätze nach Baden zu bringen. Seine verbalen Untergriffe möchte ich nicht kommentieren. Auf dieses Niveau begebe ich mich nicht.“

„Das ist Freunderlwirtschaft der ganz besonderen Art“
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Antworten zu „Das ist Freunderlwirtschaft der ganz besonderen Art“

  1. Wutbürger sagt:

    Ich finde es egal ob SPÖ oder ÖVP so ein “Zentrum” anzubieten, billige büroräume für 150€ und ca. 30 m² für jungunternehmer aber hauptsache man zahlt für eine stink normale wohnung (ohne einrichtung, ohne küche, ohne wlan) 500€ für 50m². Warum muss ich wenn ich in baden wohn drucker, küche, internet etc. selber zahlen?? Reiner schwachsinn diese Stadtpolitik!!!! Wie wenn wir keine anderen probleme haben….

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