Streitbarer Verein kämpft gegen Lärm und Verkehr

Der Verein „Bürgervereinigung Baden- Umwelttschutz“ kämpft seit eineinhalb Jahren um eine Reduzierung des Lärms auf der Umfahrungsstraße und im Helenental. Laut Angaben der Proponenten würden Fahrverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen permanent missachtet. Sie fordern rigorose Kontrollen durch die Behörden.

„Täglich fahren rund 6.000 Fahrzeuge auf der B 210 in Baden durch das Helenental, rund 350 davon sind LKWs. Dies sind jährlich ca. 105.000 LKW-Fahrten. Das bestehende LKW- Nachtfahrverbot missachten täglich ca. 40 LKWs, das entspricht rund 10.000 Fahrten pro Jahr“, schildert der Obmann des Vereins, Peter Polak. „Diese enorme Belastung verringert die Lebensqualität der betroffenen Badener erheblich“, sind Polak und seine Mitstreiter überzeugt. Mit professionellen Geräten führen die engagierten Anrainer laufend Lärmmessungen durch. Dabei würden zwischen Vöslauerstraße und Helenenstraße Werte von über 100 dB gemessen. „Hauptverantwortlich sind die Motorräder, die diesen Straßenabschnitt bei Tag und Nacht als Rennstrecke benützen, da hier jede Kontrolle fehlt. Besonders unangenehm ist auch der Lärm der LKWs die vor der Einmündung der Helenenstraße in die B 210 von ca. 90 kmh auf 40-50 Stundenkilometer abbremsen müssen.“
Vergeblich hätte man sich bereits an Gemeinde, Bezirkshauptmannschaft und letztlich sogar an die Landesregierung gewandt. „Dort hat man sich gegen ein generelles LKW-Fahrverbot ausgesprochen. Es wurde die bestehende Verordnung über das beschränkte LKW-Fahrverbot jedoch geringfügig geändert, allerdings ohne nennenswerte Auswirkungen auf den vorhandenen LKW-Verkehr“, ärgert sich Polak, der überzeugt ist, dass die B 210 für den Schwerverkehr generell ungeeignet ist. Der Verein fordert nun, permanente Radarboxen aufzustellen, mit Hilfe derer nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Einhaltung des LKW-Nachtfahrverbotes kontrolliert werden könnten. Außerdem wird die Errichtung einer wirksamen Lärmschutzwand entlang der Umfahrungsstraße gefordert. Sollte man von offizieller Seite nicht reagieren, wird der Verein auch den Gang zum Verwaltungsgerichtshof nicht scheuen.
Bezirkshauptmann Heinz Zimper sind die Forderungen des Vereins bekannt. „Wir versuchen auch, diese so weit wie möglich zu erfüllen. Seitens der BH Baden sind die bestehenden Verordnungen rechtlich angeglichen und verändert worden. Es ist nur noch der Ziel- und Quellverkehr für die drei Gemeinden Baden, Heiligenkreuz und Alland rechtlich zulässig. Ebenso besteht für den Beginn des Helenentales ein Nachtfahrtverbot für KFZ über 3,5 t“, so der Bezirkshauptmann, der darauf hinweist, dass diese Verordnungen natürlich kontrolliert und von der Polizei überwacht werden. „Die Forderung nach permanenter Geschwindigkeitskontrolle wird geprüft, wobei für derartige fixe Messeinrichtungen mehrere Umstände nach einem vom Bundesministerium ausgegebenen 3- Phasen-Beurteilungsplan gefordert sind.“

Streitbarer Verein kämpft gegen Lärm und Verkehr
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4 Antworten zu Streitbarer Verein kämpft gegen Lärm und Verkehr

  1. Dr. Arnstein sagt:

    Am Tag nach dem Erscheinen diese Artikels wurden sämtliche, erst vor wenigen Wochen erneuerte Verbotsschilder bereits wieder ausgetauscht. Das von Herrn Dr. Zimper behauptete Fahrverbot für alle KFZ über 3,5 Tonnen wurde durch ein Fahrverbot für LKW über 3,5 Tonnen ersetzt. Welchen Aussagen kann man trauen, wenn sie so rasch an Gültigkeit verlieren? Wer trägt die Mehrkosten dieser Zusatzarbeiten?

  2. R. Doblhoff sagt:

    Die unerträgliche Lärmbelastung entlang der B210, wo diese direkt durch das bebaute Gebiet der Stadt Baden schneidet, ist ein Ergebnis des Zusammenspiels der Disziplinlosigkeit der Lenkerinnen und Lenker, die die bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie das LKW-Durchfahrtsverbot permanent missachten, und der offensichtlichen Ohnmacht der Behörden, die diesem Missstand nicht Einhalt gebieten können. Zwischen der Vöslauer- und der Helenenstraße lädt die Straße zum Schnellfahren ein, auch wenn sie dort direkt an den Fenstern der Badener Anrainer vorbeiführt. Eine Erhöhung der Geschwindigkeit von 20 km/h führt zu einer Verdoppelung der Lärmbelastung. Diese Tatsache ignorieren die LKW-Fahrer, die auf dieser Mautumgehungsstrecke trotz enger Kurven ihren Fahrplan einhalten müssen, genauso wie der PKW- und Motorradverkehr. Geschwindigkeiten über 100 km/h sind der Normalfall trotz ausgeschilderter 70er-Zone. Ohne strikte Durchsetzung der Vorschriften wird die B 210 zum Paradebeispiel einer machtlosen Verwaltung und einer untätigen Exekutive.

  3. Mag. U.Steindl Hoffmann sagt:

    Das “Handling” der Behörden bzgl. der B 210/Helenenstrasse stadtauswärts ist seit Jahrzehnten den Anrainern ein lärmender Dorn in den Gehörgängen. Die Strasse führt ja direkt an den Wohnsiedlungen vorbei.

    Vorallem man blickt nur über die Strasse und sieht eine verwüstete “G’schtät’n” genannt Holzrechenplatz.

    Nach der Verlegung des Schwechatflusses in Richtung Ruine Rauenegg wurde das alte Schwechatflussbett zugeschüttet.

    Es war immer geplant die Strasse auf das alte Flussbett zu trassieren, um die Verkehrssituation für die Anrainer zu entschärfen. Mit Lärmschutzwänden und Begrünung könnte man das derzeitige Gestrüpp behübschen und wir hätten alle unsere Ruhe.

    Es ist uns völlig unverständlich warum, weshalb, wieso, dieser seit Dezennien bestehende Wunsch der Anrainer, weder von Stadt noch Land keine Berücksichtigung findet. Geldnot des Staates kann es nicht sein, dazu besteht der Disput zu lange. Also was ist es dann??

    Anstatt des aufgeschütteten Blumenbeetes gehört, wie überall in NÖ, ein ordentlicher Kreisverkehr in den Holzrechenplatz hineinverlegt und die Strasse um 20 m versetzt.

    Also einfacher geht’s nicht! Und die jahrzehntelangen, aufwändigen, anstrengenden Bürgerinitiativen gegen den Lärm müssten nicht mehr sein.

  4. Dr. A. Huber sagt:

    Sehr geehrter Herr Pollak,

    bitte lassen Sie mich wissen wie ich und weitere Mitleser Ihre Initiative unterstützen können.

    Besten Dank.

    Dr. A. Huber

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