„Die drei Musketiere“ – Spiel aus romantischer Zeit

Szenenfoto aus „Die drei Musketiere“.  (c) z.V.g.

Die heurige Sommersaison der Bühne Baden wurde mit der revuehaften Operette von Ralph Benatzky  „Die drei Musketiere“ am vergangenen Freitag eröffnet. Eröffnungsredner waren LR Dr. Petra Bohuslav und Bürgermeister Kurt Staska.

Der Schlachtruf „Einer für alle, alle für einen“ ist ein Zitat, das auf Vergils „Aneis“ (einer für viele) zurückgeht und Alexandre Dumas in seinem Roman „Die drei Musketiere“, verwendet hat, dieser gab der Operette von Ralph Benatzky seinen Namen.
Die Texte für dieses Spiel aus romantischer Zeit mit Musik von gestern und heute stammen von Rudolph Schanzer und Ernst Welisch, was die Geschichte um Männerehre und Herrschertreue für heutige Verhältnisse trotzdem antiquiert erscheinen lässt. Kinder und vielleicht auch noch Jugendliche von heute, bevorzugen da wohl schon eher den „Krieg der Sterne“ und ähnliches. Außerdem benötigt es eine ziemliche Zeitspanne, die man der Vorstellung der einzelnen Figuren eingeräumt hat, die lediglich von Fecht- und Ballettszenen unterbrochen wird. Im besten Fall aufgemöbelt. Man ahnt, durch diese Einschübe soll wohl das Ganze Revuecharakter bekommen, wozu allein schon die kleine Bühne des Sommertheaters Baden nicht ausreicht.
Dass die Choreographie auch nicht gerade von Einfällen strotz, fällt daher nicht besonders auf. Es geht halt nicht anders. Am unnötigsten war allerdings der Auftritt der Balletteusen als Nonnen in Strapsen und mit weißem Schleier. Den Schleier hätten die Tänzerinnen zumindest bei den ersten Schritten wegwerfen müssen. So wurde daraus nur eine plumpe  Stereotype, die vielleicht Altherrenfantasien beflügelt. Und ja, man weiß schon, auch Nonnen bzw. Novizinnen kämpfen mit ihrer Sexualität.
Die Erwartung den schwüls-tigen Stoff kabarettistisch oder persiflierend aufzubereiten, wurde lediglich  in einer köstlichen Szene von Darius Merstein-MacLeod als sturzbetrunkener Musketier „Aramis“  erfüllt, der auch stimmlich  überzeugen konnte, und von Daniel Ohlenschläger, der „das stolze Gebäude seiner Figur“  raumfüllend präsentierte und so den Macho mit Herz gab. Wie überhaupt schauspielerisch mehr geboten wurde, denn sängerisch. Dazu zählten die Rollen von Artur Ortens als Kardinal Mazarin und Robert Sadil als Pater Ignotus, Stefan Bischoff als „braver“ Sohn Ludwig, nachmalig als Ludwig XIV. in die Geschichte eingegangen. Edith Leyrer, als Madame Brissard glänzte ebenso mit Bühnenpräsenz wie die quirlige Jasmina Sakr als Manon. In weiteren Rollen Frauke Schäfer als Königin Anna, Miriam Sharoni als Leona, Elisabeth Fruhmann als Miotte, Kateryna Pacher als Cathèrine, Lais Andrade Pamplona als Aminta, Reinhard Alessandri als D‘Artagnan, Christian Zmek als Oberst von Treville, Beppo Binder als Caramel, Anton Graner als Hauptmann und Franz Födinger als Polo. Inszenierung: Robert Herzl, musikalische Leitung und Dirigat Franz Josef Breznik sowie Oliver Ostermann.
Ausstattung: Pantelis Dessyllas, Choreografie Michael Kropf, Fechtchoreografie; Christian Zmek.
Schlussendlich wurden dennoch die Bemühungen, eine nicht zu Unrecht ziemlich in Vergessenheit geratene revuehafte Operette wiederzubeleben vom Publikum, dasl trotz Länderspiel ausgeharrt hatte,  mit viel Applaus bedacht.

„Die drei Musketiere“ – Spiel aus romantischer Zeit
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